Fr, 15. Dezember 2017

Nach Reanimation

29.06.2017 17:15

Bub (2) nach Sturz in Teich weiter in Lebensgefahr

Hoffen, Bangen und Beten dominieren seit Dienstag den Alltag einer Familie aus Pram. Ihr zweijähriger Sohn ist, wie berichtet, am Abend vom Vater aus einem Fischteich geborgen worden. Der Kleine war zuvor plötzlich wie vom Erdboden verschluckt, eine verzweifelte Suche startete. Das Kind dürfte längere Zeit unter Wasser gelegen sein, wurde eine Stunde reanimiert - sein Zustand ist kritisch.

Das Rote Kreuz OÖ wurde heuer bereits zu sechs Badeunfällen alarmiert. Zwei Menschen ertranken - eine 35-Jährige aus Zell/Moos im Irrsee, ein Dreijähriger im Mühlbach bei Ansfelden.
Das jüngste Unglück passierte am Dienstag, kurz nach 18 Uhr. Der Zweijährige spielte im Garten, spazierte zum 80 Meter entfernten Fischteich und ging unter. Die Mutter (33) suchte ihn erfolglos mit Nachbarn. Der Vater (39), er kam vom Einkaufen, fand den Sohn und startete Wiederbelebungsversuche, Feuerwehr und Notarzt wurden alarmiert.

Eine Stunde reanimiert
"Wir hatten zufällig eine Krankenschwester und zwei Sanitäter im Team, die sich sofort um den Buben kümmerten", sagt Feuerwehr-Chef Franz Zauner. Das Kind wurde eine Stunde reanimiert, dann ins Uniklinikum Linz geflogen. "Sein Zustand ist kritisch", sagt Spitalsprecher Clemens Kukacka. Ob Folgeschäden bleiben, ist noch nicht absehbar - siehe auch Interview unten. Rotkreuz-Offizier Josef Zach betreute die geschockten Eltern. Vor allem die hochschwangere Mutter sei völlig aufgelöst gewesen: "Beide mussten zur Kontrolle ins Spital."

"Je kälter, desto größer die Chance"
Professor Klaus Schmitt, Chefarzt für Kinder- und Jugendheilkunde der Uniklinik Linz, erklärt die Problematik nach Badeunfällen.

Krone: Was ist die größte Gefahr, wenn Kinder im Wasser untergehen?
Klaus Schmitt: Der Sauerstoffmangel - alles, was in solchen Fällen mehr als vier Minuten lang dauert, ist problematisch.

Krone: Spielt die Wassertemperatur dabei eine Rolle?
Schmitt: Je kälter das Wasser, desto größer ist die Chance, derartige Unfälle unbeschadet zu überstehen. Kälte reduziert den Stoffwechsel. Mitentscheidend ist aber auch, wie rasch die Reanimationsmaßnahmen gesetzt werden.

Krone: Wie werden schwere Badeunfallopfer behandelt?
Schmitt: Die Patienten werden in Tiefschlaf versetzt und künstlich beatmet. Es werden Maßnahmen getroffen, den Hirndruck zu verringern, indem man das Gehirn kühlt und die Atmung reduziert.

Krone: Dauert es lange, bis etwaige neuronale Dauerschäden zu erkennen sind?
Schmitt: Nach der Aufwachphase erkennt man Hirnschäden relativ rasch. Durch das Wasser kann aber auch die Lunge geschädigt worden sein.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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