Sa, 18. November 2017

Sucht-Therapeutin:

28.06.2017 16:28

„Internetsucht belastet Familie“

Internetsucht ist ein Phänomen, das bei Jugendlichen immer stärker um sich greift. Besonders hoch ist, wie berichtet, die Gefahr in den Ferien, wenn der Nachwuchs sich selbst überlassen ist. Maria Mittermaier, Psychotherapeutin in der Suchtgiftambulanz des Linzer Neuromed Campus, weiß, dass die ganze Familie leidet.

Das Internet entpuppt sich immer mehr als Fluch und Segen zugleich, die Abhängigkeit bei den Jugendlichen nimmt drastisch zu.

Das hat sicher mit der Verfügbarkeit zu tun. Am schlimmsten ist es in Südkorea und Taiwan, wo praktisch jeder ein Smartphone hat und die WLAN-Netze besonders gut sind.


Sie behandeln in der kostenlosen Ambulanz für Spielsucht Jugendliche. Wie landen diese bei Ihnen?

Meistens kommen die Jungen, beziehungsweise werden von den Eltern gebracht, wenn sie in der Schule oder in der Lehre bereits gescheitert sind. Vorher drücken die Eltern oft beide Augen zu, auch wenn sie schon sehr in Sorge sind. Die Jungen selbst sehen es sehr spät ein, spielen meist trotz negativer Konsequenzen weiter.

Solch eine Internetsucht belastet die ganze Familie.

Die Eltern schämen sich  und machen sich Vorwürfe, dass sie in der Erziehung versagt haben und suchen bei sich Fehler. Deshalb haben wir auch eine Therapiegruppe für Angehörige der Süchtigen eingerichtet, damit sie aus der Isolation herauskommen können.

Welche Lösungen können Sie anbieten?

Es geht darum, wie schaffe ich Kommunikation mit dem Kind, wie gestalte ich Vereinbarungen. Das ist die zentrale Fragestellung.

Es geht aber nicht um totale Abstinenz, oder?

Nein, das wäre in unserer immer stärker digitalisierten Welt auch gar nicht möglich. Wichtig ist, dass die Süchtigen lernen, den Medienkonsum kontrollieren zu können und täglich nur mehr zwei statt 20 Stunden vor dem Computer zu sitzen.


Interview: Christoph Gantner

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