Ab 2025

Gesetzesantrag: Plastikflaschen-Verbot geplant!

Unser Planet ist immer mehr von Plastik zugemüllt. Das Thema Umweltschutz wird immer wichtiger und auch einige Firmen beschäftigen sich schon damit, Lösungen zur Vermeidung von Abfall zu finden. SodaStream etwa will in Österreich einen Gesetzesantrag zur Reduktion von Plastikflaschenabfällen einbringen, der bis 2025 ein vollständiges Verbot von Plastikflaschen verlangt. Der Gesetzesantrag wurde auf einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt. Was die Wiener von einer Welt ohne Platikflaschen halten? City4U hat nachgefragt:

# 675 Tonnen Plastik in den Meeren

Plastikflaschen verschmutzen unsere Straßenränder, Bach- und Flusslandschaften und nicht zuletzt unsere Ozeane. Täglich gelangen weltweit rund 675 Tonnen Plastik in unsere Meere. Bis zum Jahr 2050 werden mehr Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren sein, als die darin befindlichen Fische. Es benötigt rund 450 Jahre, bis eine Plastikflasche abgebaut wird. Plastikmüll verursacht massive ökologische Wunden und verbraucht erschreckende Mengen an Ressourcen: Werden Material, Produktion, Transport und Kühlung der Flaschen zusammengerechnet, braucht es bis zu einem Viertelliter Erdöl, um einen Liter Mineralwasser in eine Plastikflasche abzufüllen. Ebenfalls absurd: Um 1 Liter Mineralwasser in eine PET-Flasche abzufüllen, sind 3-4 Liter Leitungswasser erforderlich.

# Schockbilder auf Etiketten, vollständiges Werbeverbot, Trinkverbot in der Öffentlichkeit, Komplett-Verbot ab 2025

SodaStream stellt einen von einer renommierten Wiener Rechtsanwaltskanzlei erstellten Gesetzesantrag vor, der Plastikflaschen drastisch reduzieren und zu guter Letzt bis zum Jahr 2025 verbieten soll. Der Antrag soll in Österreich spätestens in der nächsten Legislaturperiode eingebracht werden. Als ersten Schritt sollen Konsumenten durch gut sichtbare, schockierende Warnbilder und Warnhinweise auf den Etiketten von Plastikflaschen (ähnlich den Schockbildern auf Zigarettenverpackungen) sensibilisiert und vor dem Gebrauch gewarnt werden. Schockbilder zu den Themen Umweltverschmutzung und Tierleid (verschmutzte Strände, sterbende Vögel und Meeressäuger etc.) und dazu passende verbale Warnungen, wie: "Plastikflaschen schaden Ihnen und der Umwelt - verzichten Sie darauf" sollen die Verbraucher entsprechend aufrütteln. Weiters sind ein vollständiges Werbeverbot für Getränke aus Plastikflaschen ab 1. Jänner 2020 und eine Plastik-Verpackungssteuer für Fertiggetränke in der Höhe von 10 Prozent geplant.

# Zero Waste: Kann das funktionieren?

Alexander Obsieger (26), Chef des Wiener Lebensmittelhandels ohne Plastikverpackungen "Greißler - unverpackt.ehrlich .", glaubt an das Prinzip: "Ich glaube schon, dass sich ein Leben ganz ohne Plastikflaschen durchsetzen kann!Vor 50 Jahren hat es ja auch ohne funktioniert - es ist nur eine Umstellung, aber Bierflaschen sammelt auch jeder und bringt sie retour. Ich bin auch dafür, dass man Dosen pfandpflichtig macht oder auch ganz abschafft!" Im Schnitt kommen 50-60 Kunden täglich zum Greißler, um ihre Produkte unverpackt zu kaufen - nicht in Plastik verpackt. An einen Ausbau denkt der umweltbewusste Wiener auch, doch das ist noch Zukunftsmusik. Ergänzend zum geplanten Plastikflaschenverbot erwähnt er noch einen wichtigen Punkt: "Glasflaschen sollten dann aber auch regionale Produkte sein - sonst werden die Flaschen durch halb Europa gefahren und das ist auch wieder nicht umweltfreundlich." Wo er Recht hat..

# Wiener im Disput über das Verbot

Die Wiener sehen die Umstellung problematisch. Wie soll das funktionieren? "Dinge abzuschaffen oder zu verbieten, bevor es eine geeignete Alternative gibt, halte ich für falsch. Die Entwicklung von nachhaltigeren Lösungen, wie zum Beispiel Kunststoffen aus Maisstärke oder Algen etc. zu forcieren, wäre aber wichtig!" meint Christian S. stutzig. Olivia Z. aus dem 23. Bezirk steht dem Ganzen positiv entgegen: "Es hat ja mit den Plastiksackerln auch schon angefangen. Wenn wir dann ein besseres Recyclingsystem - zum Beispiel mehr Glasflaschen-Container - bekommen finde ich es TOP!" Einige Wiener äußern sich zur Abschaffung der Plastikflaschen in Social Media skeptisch gegenüber der Glasflaschen. "Halte ich für schwer wenn nur die Glasflasche die Alternative bleibt!", kommentiert DJ Alex C. aus Wien. Auch Jungmutter Natalia N. gibt ihm Recht: "Glas ist unpraktisch. Besser wären Pfandflaschen wie in Deutschland!" Ob sich der Gesetzesantrag bis 2025 durchsetzen wird, bleibt spannend!

Die Reduktion von Plastik ist natürlich weltweit ein Thema. Alternativen zur Pet-Flasche zu finden, ist das Ziel.


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Vanessa Licht
Redakteurin
Vanessa Licht
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