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16.07.2017 06:00

Fujitsu R727: Windows-Tablet für Außendienstler

Im Windschatten der großen Hersteller wie HP und Lenovo bringt sich auch der japanische Traditionshersteller Fujitsu mit ungewöhnlichen PC-Formfaktoren in Stellung. Mit dem Stylistic R727 hat man etwa seit kurzem ein Produktivitäts-Tablet mit Windows 10 im Sortiment, das sich wie Microsofts Surface per Tastatur-Cover und Ständer in einen Laptop-Ersatz verwandelt. Gedacht ist das LTE-Gerät vor allem für Business-User. Wir haben es uns angesehen.

Anfangs belächelt, hat Microsoft mit seiner Surface-Reihe in den letzten Jahren tatsächlich einen neuen Standard abseits des klassischen Laptops bei mobilen PCs etabliert. Kaum ein Hersteller, der es dem Redmonder Softwareriesen nicht gleichgetan und ein Windows-Tablet mit Ständer und Tastatur veröffentlicht hätte. Das ist kein Zufall, lässt Microsoft doch gerade im Business-Umfeld Raum für Rivalen, die sich mit Tugenden wie leicht austauschbaren Datenträgern oder LTE-Mobilfunk von der Masse hervortun.

Nachdem wir kürzlich bereits das Pro x2 von HP im Testlabor hatten, ist nun Fujitsus Stylistic R727 an der Reihe. Was in dem Verwandlungskünstler steckt, enthüllt die Leistungstabelle:

Fujitsu Stylistic R727

CPU-Optionen

Intel Core i5-7200U: 2 x 2,50 GHz
Intel Core i7-7600U: 2 x 2,8 GHz

RAM

8 - 16 GB

Diagonale

12,5 Zoll

Auflösung

1920 x 1080 Pixel

Massenspeicher

256 - 512 GB SSD

Optisches Laufwerk

Nicht vorhanden

Grafiklösung

Intel HD Graphics 620

Anschlüsse

USB 3.0, Mini Displayport, 3,5-mm-Klinke

Funkstandards

Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.2, LTE, GPS

Kameras

5 Megapixel (hinten)
2 Megapixel (vorne)

Akku

34 Wattstunden, 10 Stunden laut Hersteller

Software

Windows 10 Pro

Extras

microSD-Slot
Tastatur-Cover
Drucksensitiver Eingabestift

Maße

31,9 x 20,1 x 9,5 Millimeter; 830 Gramm (mit Tastatur: 1,17 Kilo)

Preis

Core i5: ab ca. 1450 Euro

Core i7: ab ca. 1910 Euro

In der von uns getesteten Höchstausbaustufe mit 16 Gigabyte RAM und Core i7-Chip hält das R727 genug Power für die tägliche Arbeit bereit. Windows startet flott von der 512-Gigabyte-SSD, Multi-Tasking ist durch den üppigen RAM kein Problem. Die CPU ist potent genug, um auch fordernde Aufgaben zu erledigen. Um Spiele oder Videobearbeitung wird man aufgrund der eher schwachen Onboard-Grafik aber einen Bogen machen.

Bei geringer Last bleibt das R727 im Betrieb leise und kühl, selbst unter Last entwickelt das Gerät keine übertriebene Hitze und bleibt nahezu unhörbar. Hie und da - möglicherweise eine Folge des DDR3-RAM oder übertriebene Fürsorge der Energiespar-Routinen - kam das Testgerät nach dem Standbymodus allerdings nur träge in die Gänge - ungewöhnlich bei einem i7-Prozessor.

Display mit erfreulich wenigen Reflexionen
Am Display des Stylistic R727 fiel uns im Test eines ganz besonders auf: Es spiegelt draußen erfreulich wenig, kommt hier doch eine Spezialbeschichtung zum Einsatz. Schärfe und Helligkeit stimmen, Farbdarstellung und seitliche Ablesbarkeit ebenfalls. Über das Seitenverhältnis kann man streiten: Beim Arbeiten wäre etwas mehr Platz in der Vertikale wünschenswert, wie man sie etwa bei Microsofts Surface-Pro-Geräten vorfindet.

Die beiden Kameras im Gerät sind zweckmäßig: Die Hauptkamera mit fünf Megapixeln Auflösung reicht, um Dokumente abzufotografieren, die Frontkamera für Videotelefonie.

Gute Ausstattung, saubere Verarbeitung
Die Ausstattung des R727 ist sehr gut: Zu flotter Hardware gesellen sich hier ein vollwertiger USB-Anschluss, ein Mini Displayport und der obligate Klinkenanschluss. microSD-Karten zur Speichererweiterung werden unterstützt, Außendienstler freuen sich überdies über das eingebaute LTE-Modem. Statt des proprietären Ladeanschlusses hätten wir allerdings lieber USB-C gesehen.

In puncto Verarbeitung hinterlässt das R727 mit seinem Metall-Chassis einen sehr wertigen Eindruck: Hohe Gehäusesteifigkeit, keine störenden Spaltmaße, solider Ständer.

Weniger gut hat uns das Tastatur-Cover gefallen: Zwar hat man es hier mit einer hinreichend großen Tastatur mit klarem Druckpunkt zu tun, das Touchpad ist allerdings recht klein geraten - nicht mehr ganz zeitgemäß! Dafür funktioniert der magnetische Verbindungsmechanismus sehr zuverlässig.

Praktischer Eingabestift im Lieferumfang
Ein nettes Extra - gerade in Verbindung mit dem beschichteten Display, das ein weniger "rutschiges" Schreibgefühl bietet als andere Touchscreens - ist der drucksensitive Eingabestift, den Fujitsu dem Gerät beilegt. Er eignet sich gut, um beispielsweise Powerpoint-Präsentationen mit Notizen anzureichern.

Um es längere Zeit - Stichwort: Surfen auf der Couch - als Tablet-Ersatz zu verwenden, ist das R727 unserer Ansicht nach etwas zu groß. Über den gelegentlichen Tablet-Einsatz hinaus werden die meisten User es vermutlich nicht von seiner Tastatur lösen, gerade bei einhändiger Nutzung im Hochformat macht es sich dann bei über 800 Gramm Gewicht doch bemerkbar, dass man es hier nicht mit einem kompakten Achtzöller zu tun hat.

Solide Akkulaufzeit, etwas Bloatware
Bei der Akkulaufzeit haben wir im Test bei mittlerer Helligkeit im Surfbetrieb tatsächlich ungefähr die Herstellerangabe von neun Stunden erreicht. Das reicht für einen Arbeitstag abseits der Steckdose und ist ein passabler Wert.

Beim Betriebssystem greift Fujitsu zu Windows 10 Pro mit all seinen Vor- und Nachteilen. Überdies wird etwas Bloatware mitgeliefert. Manches, etwa Fujitsus wissenschaftlicher Taschenrechner, mag für einige User praktisch sein, manches - etwa die Amazon-App - würde man auf einem Business-Gerät eigentlich nicht unbedingt erwarten. Im Zweifel lässt sich aber alles deinstallieren.

Fazit: Fujitsus Stylistic R727 ist durch sechirmarbeiter, die viel unterwegs sind. Die Akkulaufzeit reicht für einen Arbeitstag, die Leistungsdaten stimmen. Im Detail - kein USB-C, teils etwas träge nach dem Standby, Bloatware, kleines Touchpad - gibt es zwar Schönheitsfehler, in Summe besetzt man hier aber recht erfolgreich eine Nische, die Microsofts Surface-Familie offen gelassen hat.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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