Mo, 11. Dezember 2017

"Schuld eindeutig"

28.06.2017 11:28

Sexattacke in Zug: Haftstrafen für junge Afghanen

Nach der versuchten Vergewaltigung einer 29-Jährigen in einem Regionalzug zwischen Graz und Bruck an der Mur im Dezember des Vorjahres sind die beiden Täter - zwei junge Afghanen im Alter von 15 und 17 Jahren - am Mittwoch vor Gericht gestanden. Der Haupttäter fasste drei Jahre Haft, der zweite Angeklagte zwei Jahre Haft aus. Überdies müssen sie dem Opfer insgesamt 5500 Euro zahlen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Zur Sexattacke war es Anfang Dezember gekommen. Die beiden Täter - sie lebten zu diesem Zeitpunkt in einer Asylunterkunft nördlich von Graz - hatten in der steirischen Landeshauptstadt ordentlich über den Durst getrunken und waren gegen 22.30 Uhr per Zug auf dem Rückweg. Das Duo belästigte zunächst die junge Frau verbal, ehe es handgreiflich wurde. Der Jüngere soll laut Anklägerin sein Opfer, das er zu Boden gezerrt hatte, begrapscht und geküsst haben. Durch die Schreie der Frau wurden andere Passagiere aufmerksam und halfen der Wehrlosen.

"Schuld hat sich eindeutig ergeben"
Die Verhandlung fand zur Gänze unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, erst das Urteil war öffentlich. "Die Schuld hat sich eindeutig ergeben", sagte Richterin Andrea Schwinger-Wagner. Die beiden Angeklagten hätten mit Absicht das Abteil gewählt, in dem sich die junge Frau befunden hatte, "obwohl der Zug fast leer war." Nachdem einige Mitfahrende aufmerksam geworden waren und dem Opfer geholfen hatten, belästigte einer der beiden Beschuldigten noch eine weitere Frau durch obszöne Gesten.

Der Jüngere muss nun drei Jahre in Haft, der Ältere kam mit zwei Jahren davon, weil er bei der versuchten Vergewaltigung nur als Beitragstäter galt. "Es kann nicht sein, dass man sich in Österreich überlegen muss, ob man als Frau in einen späten Zug allein einsteigt", begründete die Richterin das Urteil.

Die Angeklagten nahmen die Urteile an, die Staatsanwältin gab jedoch keine Erklärung ab.

 krone.at
Redaktion
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