Do, 14. Dezember 2017

Cannabis-Medikation

27.06.2017 16:47

Wildschönauer darf "high" mit Auto fahren

Trotz schwerer Nervenkrankheit kämpft sich Andy Klingler durchs Leben. Medizinisches Cannabis lindert dabei seine Schmerzen. Aufgrund einer anonymen Anzeige drohte ihm allerdings der Verlust des Führerscheins. Dank Gutachten darf der Wildschönauer nun aber "high" Autofahren.

Andy Klingler aus Thierbach ist ein zäher Kämpfer. Dies hat der an der seltenen und bislang auch unheilbaren Stoffwechselerkrankung Adrenomyeloneuropathie - kurz AMN - leidende Wildschönauer unter anderem bei der Teilnahme am Wien-Marathon bereits bewiesen.

Da seine Beine durch Spasmen immer unbeweglicher werden, ist Klingler bei diversen Laufveranstaltungen - wie auch im alltäglichen Leben - an seine Krücken angewiesen. Vor allem in seiner ländlichen Heimat ist für den 43-Jährigen auch sein behindertengerechtes Auto unverzichtbar.

Doch eine anonyme Anzeige hätte Klingler fast die letzte Möglichkeit der schnellen Fortbewegung genommen. "Wegen Lenkerunfähigkeit aufgrund von Hanf-Medikation wollte mir die BH Kufstein den Führerschein nehmen", erklärt Klingler, der jeden Abend acht Tropfen Dronabinol nimmt, um seine Schmerzen zu lindern und besser einschlafen zu können. "Untertags nehme ich die Tropfen aber nicht, weil ich Angst habe bedröppelt zu sein."

Aus Sorge seinen Führerschein zu verlieren, verzichtete Klingler, der sich für die Legalisierung von Cannabis für Schmerzpatienten stark macht, für kurze Zeit auf die Einnahme der Cannabis-Tropfen. "Schaffte ich im Training vorher 5 Kilometer, waren es dann aber nur mehr 200 Meter", erinnert sich der Tiroler und setzte sich zur Wehr. Er gab zwei Gutachten in Auftrag, die ihm die Fahrtüchtigkeit bescheinigten und darf nun weiter Gas geben. "Allerdings befristet mit Auflagen", weiß Herbert Haberl, Leiter der Verkehrsabteilung der BH Kufstein.

Bleibt für Klingler und alle anderen zu hoffen, dass er unfallfrei bleibt.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

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