Fr, 15. Dezember 2017

Viele Rätsel

27.06.2017 15:53

Testamente von Opfer Krenn sollen geprüft werden

Kein Ende der Rätsel rund um den Mord am vermögenden Salzburger Akademiker Roland Krenn: Zwei Festgenommene sitzen weiter in U-Haft. Mittlerweile steht auch fest, dass es zwei Testamente gibt. Das zweite wurde aber monatelang nicht ins Register eingetragen, erst als die Leiche gefunden wurde, war es so weit.

Dr. Roland Krenn war vermögend, er hatte von seinem Onkel, einem Nachfahren des ÖWD-Gründers, viel Geld geerbt. Seine Schwester, die die meiste Zeit in Wien lebt, hat ihm ein Grundstück, das an ihr Eigenheim in bester Lage in Hellbrunn angrenzt, geschenkt. Krenn ließ sich dort eine Villa errichten. Auch im Burgenland, in Deutsch Schützen Eisenberg (Bezirk Oberwart) kaufte er sich ein Haus. Der Lebemann sammelte Steiff-Teddys, Oldtimer und Luxusautos. Krenn liebte Hunde. Doch sein Husky soll vergiftet worden sein. Verdacht hatte er keinen, aber er war sehr traurig.

Immer wieder hatte Krenn auch Freundinnen. Zuletzt eine Autorin aus Salzburg. Ihr wollte er sein Vermögen vermachen. Er setzte sie in seinem Testament ein. Die Frau trennte sich aber von ihm. Krenn soll ihr zu besitzergreifend geworden sein.

Über seine zweite Schwester, die mittlerweile in einem Gebäude Krenns im Nonn-tal wohnt, lernte er den Musiker Richard H. (23) kennen. Dieser machte ihn auch mit dem Gastwirt Robert Sch. (28) aus Haigermoos (OÖ) bekannt.

Leiche nach dreiviertel Jahr gefunden
Am 16. Juli 2016 verschwand Krenn für immer. Wochenlang wurde nach ihm gesucht, vergebens. Schließlich wurden Richard H. und später auch Robert Sch. als Mordverdächtige festgenommen. Die Leiche Krenns wurde in einem alten Stall am Anwesen von Robert Sch. gefunden.

Beide beteuern ihre Unschuld. Und ihre Anwälte Jörg Dostal und Franz Essl sind überzeugt davon, dass die beiden "nur" die Leiche entsorgt haben, mit dem Mord aber nichts zu tun haben. Fraglich bleibt das Motiv, ging es nur ums Geld? Der letzte Wille, in dem Krenn alles seiner Ex-Freundin vermachte, hatte Gültigkeit. Die Leiche wurde am Freitag, 12. Mai 2017 gefunden. Am Montag, 15. Mai, wurde plötzlich ein neues Testament ins Register eingetragen. Und dieses hat es in sich. In diesem soll seine Schwester, die im Nonntal lebt, alles erben. Sie war auch schon als Nachlasskuratorin eingesetzt.

Wer sind die Zeugen für den letzten Willen?
Der Zeitpunkt ist seltsam, denn das jüngste Testament datiert vom 20.3. 2016. Warum wurde es nicht sofort ins Register eingetragen, sondern erst über ein Jahr später? Und warum wurde dieser letzte Wille von keinem Anwalt beglaubigt? Und wer sind die Zeugen, die auf dem Testament unterschrieben haben?

Die Ex-Freundin fordert eine Prüfung und hat bereits entsprechende Schritte eingeleitet. Die Ermittler haben sich dieses Umstands noch nicht angenommen, für sie ist dieses Dokument glaubwürdig.

Den beiden Verdächtigen soll es in der Haft schlecht gehen. Robert Sch. beschwerte sich über das ungenießbare Essen. Der Gastronom will sein Wirtshaus samt Grund derzeit verkaufen. Auch vor zweieinhalb Jahren wollte er es schon veräußern, überlegte es sich dann aber wieder anders.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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