Do, 23. November 2017

Finanzführerschein:

27.06.2017 15:37

Ohne Bildung tappen Junge in Schuldenfalle

Er ist ein Schutzschild gegen die Jugendverschuldung: Der OÖ Finanzführerschein feiert das zehnjährige Bestehen. Seit seiner Einführung konnte die Rate der verschuldeten Unter-25-Jährigen gesenkt werden. Vor allem  Teenager mit unzureichender Bildung können mit Geld nur sehr schlecht umgehen.

"Nicht so viel shoppen, sondern mehr sparen", fasst ein Schüler nach dem erfolgreichen Absolvieren des Finanzführerscheins (www.finanzfuehrerschein.at) zusammen. Klingt einfach, ist aber für die meist risikofreudigen Jugendlichen ohne Erfahrungswerte schwierig. Vor zehn Jahren waren erschreckende 21 Prozent der Schuldnerhilfe-Klienten jünger als 25 Jahre. Heute sind es immerhin "nur" noch 18,5 Prozent. Ein Erfolg, den man dem Finanzführerschein anheftet: "2700 Teenager nahmen an dem kostenlosen Projekt im letzten Jahr teil, diesen Weg wollen wir weitergehen", freut sich etwa Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer.

Die Nachfrage ist immer größer als das Angebot, Ende Oktober sind meist schon alle Termine für das Schuljahr ausgebucht. Seit sechs Jahren ist auch die Arbeiterkammer mit von der Partie: "Wir unterstützen finanziell und mit Expertenwissen", erklärt Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer, der auch höhere Mieten und zu geringes Einkommen mitverantwortlich macht für die leeren Geldbörsen der Jungen.

Ein wichtiger Faktor ist die Bildung: Ohne sie tappen Burschen und Mädchen viel eher in die Schuldenfalle: "Wir erleben es nicht selten, dass einer nicht einmal einfache Prozentrechnungen lösen kann", berichtet Ferdinand Herndler, der Geschäftsführer der Schuldnerhilfe - siehe Interview links. Der Finanzführerschein richtet sich deshalb an Berufs-  und Polytechnische Schulen sowie Arbeitslose - und wurde bereits von Salzburg, dem Burgenland und Südtirol übernommen! Weitere Bundesländer haben ebenfalls Interesse am erfolgreichen Konzept angemeldet.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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