Sa, 18. November 2017

Nach 63 Coups

26.06.2017 23:34

„Gummibär-Gauner“ gefasst

Einmal Gauner, immer Gauner? Diese Frage stellt sich bei einem heute 26-jährigen Dominikaner aus Linz, der vor neun Jahren als Mitglied der "Gummibären-Bande" für Schlagzeilen sorgte und gefasst wurde. Doch 72 Monate Haft nützten bei ihm nichts, jetzt wurde er nach 63 Coups mit 86.000 € Schaden erneut geschnappt.

"Alle Resozialisierungsmaßnahmen haben bei ihm nicht viel bewirken können", zieht der Kriminalist Franz Siegl Bilanz. Auch wenn der  arbeitslose 26-Jährige beim Verhör  schweigt, seine Taten sprechen für sich. Mitte Mai hatten sich an einem einzigen Wochenende stolze 17 Coups in Linzer Geschäften ereignet. Die Polizei legte sich auf die Lauer - und als der Dominikaner am 21. Mai in der Wiener Straße einbrechen ging, klickten bei diesem Coup die Handschellen.

Vor Abschiebung verhaftet

Was die Kriminalisten aber nicht wussten: Tags darauf hätte der Seriengauner von der Fremdenpolizei in seine Heimat abgeschoben werden sollen.
War doch der Täter kein Unbekannter: Er hatte seit 2008 als Mitglied der berüchtigten "Gummibären-Banden I bis IV" Polizei und Justiz auf Trab gehalten -  mit mehr als 700 Straftaten und 900.000 Euro Schaden. Aus den Ex-Schulschwänzern und kriminellen Kindern mit Sitz im Linzer Lenau-Park wurden echte Profigauner, fünf waren sogar 2012 noch aktiv. Danach kehrte jedoch Ruhe ein.

Bei Urlaub auf Einbruchstour
Bis jetzt der 26-Jährige wieder in Erscheinung trat. Obwohl er schon dreimal zu jeweils 18 Monaten Haft (zweimal unbedingt) verurteilt worden war. Zuletzt wurde er im Juli 2014 entlassen. Und ging ab Jänner 2016 wieder als Einzeltäter  auf Einbruchstour: 19 seiner 63 Coups verübte er bei einem Urlaub mit seiner Freundin in der Karwoche in Gmunden.  Vor allem nachts, als sie schlief, plünderte er Geschäftslokale, Friseur- und Beautysalons oder Fitnesscenter. Nun muss er vor Gericht, seine Abschiebung verschiebt sich deshalb.

Johannes Nöbauer

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