Di, 21. November 2017

In Notwehr gehandelt

26.06.2017 13:38

Türsteher nach Schüssen vor Diskothek wieder frei

Jener Türsteher, der in der Nacht auf den 29. April einen 42-jährigen Iraker vor einer Diskothek in Wien-Favoriten angeschossen hat, ist in der vergangenen Woche vom Landesgericht für Strafsachen auf freien Fuß gesetzt worden.

Ausschlaggebend für die Enthaftung, gegen die seitens der Staatsanwaltschaft keine Einwände bestanden, war ein ballistisches Gutachten. Der 42-Jährige war von insgesamt vier Projektilen getroffen worden. Der Verletzte hatte sich noch selbst vom Tatort ins Krankenhaus begeben, wo er medizinisch versorgt wurde.

Das von der Justiz eingeholte Schießgutachten erbrachte nun den Nachweis, dass nur zwei Treffer der Waffe des Türstehers zuzurechnen sind. Die restlichen beiden hatte ein zweiter Schütze abgegeben - vermutlich ein weiterer Türsteher, der sich unmittelbar danach ins Ausland abgesetzt haben dürfte.

Türsteher will in Notwehr gehandelt haben
"Aus meiner Sicht ist mit dem vorliegenden Gutachten klar, dass der Tatverdacht in Richtung Mordversuch nicht aufrecht zu erhalten ist", erklärte Verteidiger Alexander Philipp im Gespräch mit der APA. Der 30-jährige Verdächtige hatte von Anfang an Notwehr bzw. Nothilfe geltend gemacht und behauptet, er habe sich gegen mehrere Angreifer zur Wehr gesetzt, die das Lokal stürmen hätten wollen, nachdem es draußen zu einer Auseinandersetzung gekommen war, bei der bereits Schüsse gefallen sein sollen. Der Türsteher will aus Angst um sich und seine Kollegen von seiner Schusswaffe Gebrauch gemacht haben.

Diese Darstellung dürfte sich insoweit mit sichergestelltem Videomaterial aus Überwachungskameras decken, als darauf zunächst Geräusche zu hören sind, die auf Schüsse vor dem Lokal schließen lassen. Auch Mündungsfeuer ist angeblich zu sehen. Schließlich versuchen mehrere Männer das Lokal zu stürmen, was der Verdächtige verhindert. Nachdem er geschossen hat, zeigt das Video, wie der 30-Jährige zusammen mit anderen Türstehern das Lokal von innen verriegelt.

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Redaktion
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