Mo, 23. Oktober 2017

Thema Erziehung

02.07.2017 10:00

Bumerang-Kinder: Zurück ins Elternhaus

Bereits von daheim ausgezogen, beschließen sie plötzlich, wieder bei den Eltern zu leben: Bumerang-Kinder.

Marlene studiert in Wien Medizin. Mit ihrem Ex-Freund lebte sie drei Jahre in einer kleinen Wohnung. Nach der Trennung zieht sie nun aus. Eine eigene Bleibe wäre finanziell drin, würde Marlene sparsamer leben. Aber lieber will die 24-Jährige wieder daheim wohnen.

"Da habe ich noch mein eigenes Zimmer und Bad. Und ich versteh mich super mit meinen Eltern." Die haben nichts dagegen. Wobei die beiden ehrlich gestehen, damit null gerechnet zu haben. "Da denkst du, du hast die Kinder endlich groß, und dann geht es wieder ins Hotel Mama. Aber wir freuen uns natürlich auch", erzählt Marlenes Mutter.

Vorteile für beide Seiten
Der "Bumerang-Effekt" ist nicht neu. Zumeist liegt ihm die finanzielle Situation zugrunde. Aber auch die Tatsache, dass es den Generationenkonflikt in der Form wie früher nicht mehr gibt. Eltern bleiben näher an ihren Kindern dran. Mütter tauschen Gewand mit ihren Töchtern, Väter gehen mit ihren Söhnen auf Rockkonzerte. "Natürlich vermisse ich manchmal meine Freiräume, aber so kann ich Geld sparen, mir mehr Kleidung kaufen und öfter auf Urlaub fahren", zählt die Studentin auf. Unter einem Dach zu wohnen bedeutet nicht, die Selbstständigkeit aufzugeben. Und es bedarf klarer Regeln. Dann wird es für beide Seiten ein Spaß.

Kommentar von Eltern-Kids-Coach Nina Petz
Meine Schwiegereltern können mich gar nicht leiden. So zuckersüß sie zu meinen Kindern sind, so gemein sind sie hinterrucks zu mir. Mein Mann tut das immer ab.

In Wirklichkeit gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder Sie finden selbst einen Weg, mit dem Verhalten Ihrer Schwiegereltern umzugehen, oder Sie nehmen noch einmal alle Kraft zusammen und bringen den Konflikt auf den Tisch - auch Ihrem Mann gegenüber. Aus Ihren Zeilen lese ich, dass die Situation aktuell wohl schwer zu ertragen ist, deshalb möchte ich Sie ermutigen, sich einmal alles, das Sie momentan mit diesem Thema belastet, aufzuschreiben. Dies hilft Ihnen in einem ersten Schritt, Ordnung in die Gedanken zu bekommen. Einige Tage später lesen Sie Ihre Zeilen wieder und strukturieren so die Probleme. Arbeiten Sie heraus, was Ihnen wichtig ist und wo Ihre Grenzen sind. Reden Sie Klartext mit Ihrem Mann und anschließend mit den Schwiegereltern. Verwenden Sie Ich-Formulierungen, keine Beschuldigungen und Bewertungen. Lassen Sie sich und Ihre Bedürfnisse keinesfalls kleinreden. SIE SIND WICHTIG! Verschaffen Sie sich Gehör, und bleiben Sie dran! Im Krisenfall kontaktieren Sie professionelle Hilfe.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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