So, 17. Dezember 2017

Windows 10 S

26.06.2017 10:20

Hacker knackt Hochsicherheits-Windows in 3 Stunden

Microsoft hat sein neues Windows 10 S laut eigener Aussage aus Gründen der Sicherheit und Performance in ein strenges Rechte-Korsett gepfercht und gestattet auf dem System keine anderen Browser als Microsoft Edge und keine Programme, die nicht über den Windows Store erstanden wurden. Wie sich nun zeigt, hilft das aber nur wenig. Einem Hacker ist es in nur drei Stunden gelungen, die neuen Sicherheitsmaßnahmen auszuhebeln.

Das berichtet das IT-Portal "ZDNet", das den Hacker Matthew Hickey auf das vor allem für den Einsatz in Bildungseinrichtungen gedachte Betriebssystem losgelassen hat. Hickey brauchte nur drei Stunden, um die Sicherheitssysteme auszuhebeln und sich die Kontrolle über das Betriebssystem zu verschaffen. "Ich war ehrlich gesagt erstaunt, wie leicht das war", sagte er nach dem Versuch.

In die geschützten Bereiche von Windows 10 S gelangte der Hacker ausgerechnet mithilfe einer anderen populären Microsoft-Software. Er nutzte das über Microsofts Windows Store verfügbare Office-Paket und spielte über Word ein schädliches Makro ins System ein.

Hacker hält Ransomware-Attacke für möglich
Sind die Verteidigungsmaßnahmen erst überwunden, kann ein Hacker mit Windows 10 S ähnliche Dinge tun wie mit der normalen Version von Windows 10. Hickey zufolge hätte man theoretisch sogar einen der gefürchteten Erpresser-Trojaner einspielen können, die in jüngster Zeit für so viel Aufsehen gesorgt haben.

Microsoft selbst gibt sich trotz der Erkenntnisse des Sicherheitsforschers gelassen - wohl auch, weil der Angriff nicht wirklich unter Realbedingungen stattfand und der Hacker physischen Zugriff auf das Testsystem hatte. "Anfang Juni haben wir gesagt, dass Windows 10 S nicht anfällig für bekannte Ransomware ist. Auch auf der Grundlage der neuen Informationen, die wir von ZDNet erhalten haben, trifft diese Aussage zu." Man werde aber trotzdem weiterhin daran arbeiten, dass Windows 10 S möglichst sicher bleibe.

User sprechen schon von "Windows RT 2.0"
Dass Hickey in nur drei Stunden ins Hochsicherheits-Windows eindringen konnte, wirft indes kein gutes Licht auf das bereits seit seiner Enthüllung von vielen Nutzern kritisierte Windows. Viele sehen in Windows 10 S eine Art zweites Windows RT. Mit dieser Windows-Version für ARM-Geräte versuchte Microsoft im Herbst 2013, verlorenen Boden am Tablet-Markt gut zu machen. Weil darauf aber nur Apps aus dem damals recht leeren Windows Store liefen, entwickelte es sich zu einem veritablen Flop und wurde schon zwei Jahre später wieder eingestellt.

Mit Windows 10 S liefert man nun - offenbar als Gegengewicht zu Googles in den USA recht beliebten Chromebooks - wieder eine abgespeckte Version, die durch geringe Lizenzgebühren günstigere Gerätepreise gewährleisten soll, aber eben nicht so viel kann wie ein "richtiges" Windows 10. Im Gegensatz zu Windows RT kann man Windows 10 S aber immerhin durch eine nachträgliche Zahlung von 50 Euro in ein vollwertiges Windows 10 Pro verwandeln.

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