Fr, 15. Dezember 2017

Schock für Helfer

26.06.2017 09:57

27 teils kranke Hunde durch Europa geschleppt

Vergangene Woche wurden dem Tierschutzhof "Pfotenhilfe Lochen" im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft Schärding neun Hunde aus Rumänien überbracht. Der Hintergrund: Ein Kleinbus aus Bukarest hatte einen Motorschaden, an Bord waren 27 Hunde auf dem Weg nach Essex, Großbritannien. Zwei Tage und Nächte hatten die Hunde also bereits auf engstem Raum ausharren müssen - bei extremer Hitze.

"Anscheinend reichen die geltenden Tiertransportregelungen nicht aus, denn anders kann ich mir nicht erklären, dass diese Hunde unter den Augen mehrerer Amtstierärzte zuerst aus dem kaputten Kleinbus entladen und auf drei Tierheime aufgeteilt wurden um zwei Tage später wieder in einen Ersatzbus gezwängt zu werden und nach Großbritannien weiterfahren durften", ist "Pfotenhilfe"-Geschäftsführerin Johanna Stadler immer noch entsetzt. "Die wollten sogar am Freitag gegen Mitternacht die Hunde abholen, und selbst da hätte sich ein Amtstierarzt Zeit genommen, bei der Verladung dabei zu sein."

Zwei Hunde krank und nicht transportfähig  
Zwei der neun Hunde wurden wegen Krankheiten - einer ist sogar Epileptiker - durch einen Tierarzt aus Salzburg für vorerst nicht transportfähig erklärt, weshalb sie mit dem Einverständnis des anwesenden Amtstierarztes nicht wieder verladen wurden. Dies habe den Fahrer laut "Pfotenhilfe" wütend gemacht. Erst nach längeren Diskussionen und einem Telefonat mit seinem Chef habe er sich wieder beruhigt.

"Es sei ein Tierschutzprojekt, dass die Hunde von Rumänien aus Tötungsstationen nach Großbritannien zu neuen Haltern gebracht werden, wollte mir der Fahrer weismachen. Dass diese entsetzlich lange Fahrt eine extreme Belastung für die armen Hunde ist, und dass sie in englischen Tierheimen ohne Vermittlungserfolg ebenfalls nach 14 Tagen getötet werden, interessierte ihn jedoch nicht", so Stadler.

"Das ist kein Tierschutz mehr!"
"Aus meiner Sicht ist das kein Tierschutz, sondern ein Riesengeschäft, denn erstens handelt es sich überwiegend um Rassehunde wie Golden Retriever und Deutsch-Drahthaar und Streunerhunde aus Tötungsstationen sind fast immer Mischlinge. Und zweitens fahren solche Transporte anscheinend mehrmals täglich von Rumänien nach Großbritannien, denn nur einen Tag davor wurden 23 Hunde aus einem auf der A4 liegengebliebenen Kleinbus ins Tierheim Bruck/Leitha gebracht. Und auch da war sogar innerhalb eines Tages ein nagelneuer Ersatzbus zur Stelle."

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Redaktion
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