Di, 21. November 2017

Großes Risiko

26.06.2017 09:11

Bergretter riskierten viel, um Urlaubern zu helfen

Ein großes Risiko sind eine Tschechin (29) und ein Landsmann (35) eingegangen, als sie am Samstag nur schlecht ausgerüstet - ohne Ortskenntnis und Wetterinfo - den Königsjodler-Klettersteig in Mühlbach bezwingen wollten. Die beiden gerieten in ein Hagelunwetter und verirrten sich. Die Bergrettung kam ihnen zu Hilfe.

Der Königsjodler ist einer der längsten und kräfteraubendsten Klettersteige in Salzburg. Die Tschechen hatten es bis nach oben geschafft. Doch beim Abstieg hatten sich am späten Nachmittag im Birgkar auf 2552 Metern Höhe verirrt. Sie schlugen per Handy Alarm, da sie auch schon völlig erschöpft waren. Die beiden trugen nur Sommer-Kleidung und -Schuhe.

Schließlich setzte auch noch ein heftiges Hagelunwetter ein. Die Tschechen warteten bei einer Querung auf die rettende Hilfe und wurden vom Unwetter voll erwischt. "Wir mussten das ärgste Gewitter abwarten und konnten erst gegen 23 Uhr zu den beiden aufsteigen", schildert der Mühlbacher Bergrettungschef Thomas Knöpfler.

Als die Helfer das Paar erreichten, waren die Urlauber körperlich bereits schwer angeschlagen. "Wir haben ihnen Tee und trockene Kleidung mitgebracht. Nach der Stärkung haben wir die beiden angeseilt bis zum Matrashaus gebracht", so Knöpfler. Die Helfer mussten etliche Schneefelder queren. "Schon der Aufstieg war nur mit Steigeisen machbar." Zudem bestand im Birgkar eine hohe Steinschlaggefahr. Die Helfer riskierten Kopf und Kragen.

Um 4 Uhr kamen die Retter mit dem Paar schließlich im Matrashaus an. Am nächsten Morgen sollte es zu Fuß ins Tal gehen, doch die Tschechen waren zu erschöpft. Sie wurden schließlich mit dem Polizeihubschrauber ausgeflogen.

ZITAT: Thomas Knöpfler, Ortsstellenleiter der Bergrettung in Mühlbach

Auf dem Rückweg am Sonntag sind uns wieder viele Wanderer mit mangelhafter Gelände-Ausrüstung entgegen gekommen.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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