So, 17. Dezember 2017

Theater Nassereith

25.06.2017 16:25

Grandiose Dreigroschenoper-Aufführung

Nassereith bleibt unter den Tiroler Laienbühnen das Maß aller Dinge! Nach Hugo Hofmannsthals "Jedermann" 2015 hat sich die Franz-Kranewitter-Bühne heuer auf einen weiteren Klassiker der deutschen Literatur eingelassen: Berthold Brechts "Die Dreigroschenoper". Und wie im "Jedermann" gehen die Darsteller unter der Regie von Sylvia M. Huber auch heuer wieder voll und ganz aus sich heraus. Eine wirklich sensationelle Leistung. Bemerkenswert: Alle Lieder werden live gesungen!

"Erst kommt das Fressen, dann die Moral!" Das ist die Kernaussage von Berthold Brechts "Die Dreigroschenoper", das zweifellos zu den DEN Klassikern der deutschsprachigen Literatur zählt. Und was den Österreichern ihr "Jedermann", ist den Deutschen "Die Dreigroschenoper". Das 1928 in Berlin uraufgeführte Werk basiert auf dem englischen Stück "Beggar’s Opera" und erzählt den Konkurrenz- und Existenzkampf zwischen zwei "Geschäftsleuten" im London des 19. Jahrhunderts. Der eine, Peachum, ist der Chef der Bettlermafia, der andere, Macheath alias Mackie Messer, der Verbrecherkönig.

Große Herausforderung super gemeistert
"Die Dreigroschenoper" ist eine Herausforderung für jede Bühne! Umso bemerkenswerter ist es, dass sich Sylvia M. Huber mit ihrem Laien-Ensemble über diesen doch sehr schweren Stoff drüber getraut hat. Und das mit Erfolg! Was die Darsteller da bieten, ist einfach sensationell! Ob ein überwältigender Markus Falbesoner als Mackie Messer, Dietmar Unterlechner (wie immer eine Bank) als Peachum, Tamara Agerer als Peachums Tochter Polly, Martina Wander als Peachums Frau Celia, Hermann Krabichler als Polizeichef Tiger Brown, Fabienne Trs als Bettlerin Emily Filch, Corinna Lair als Spelunken-Jenny, Johanna Schatz als Lucie Brown oder Lydia Thurner als kongeniale Erzählerin bzw. Moritaten-Sängerin - sie alle gehen in ihren Rollen leidenschaftlich voll und ganz auf. Bemerkenswert: Alle Lieder (Komponist war Kurt Weil) werden live gesungen, die Musik wurde eigens für die Franz-Kranewitter-Bühne von "Sonarkraft" aufgenommen.

Goldenes Händchen bei der Besetzung
Und überhaupt bewies Huber bei der Besetzung ein goldenes Händchen: Clemens Thurner als Münz-Matthias, Stefan Agreiter als Hakenfinger-Jakob oder Philipp Mang als Polizist und Pfarrer - diese Figuren hat es in dieser Form mit Sicherheit genau so im England des 19. Jahrhunderts gegeben! Wie auch die drei Freudenmädchen Bettina Brand, Birgit Auer und Stefanie Niedermayr. Genial!
Hinzu kommt noch die tolle Kulisse: Die Freilichtbühne Wendelingrotte im Gafleintal. Großes Kompliment auch für Maske (Raffaela Scheiber und Anja Falbesoner), Kostüme (Bettina Brand) und Bühne (Alexander Tsimogiannis).
Spieltermine: 30. Juni. 2., 9, 14., 16., 22. und 23. Juli. Beginn ist um 20.30 Uhr. Alle Infos: www.kranewitterbuehne.at oder 0676/ 48 73 417

Markus Gassler, Kronen Zeitung

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