Di, 12. Dezember 2017

krone.at-Kommentar

24.06.2017 17:00

Zum 25er: Was Alaba so gut wie sonst niemand macht

Heute feiert David Alaba seinen 25. Geburtstag. Die schiere Wucht, mit der Alaba seit der EURO sukzessive zum Allgemeingut der Besserwisser-Community stilisiert wurde, hätte manch labiler gestrickten Gleichaltrigen längst in den Burnout (oder sonst wohin) getrieben. Wie Alaba all die Ratschläge und Prügel pariert, ist Extraklasse. Ein Kommentar von Michael Fally.

Selbst Andi Herzog findet sich inzwischen im Wiglwagl wieder. Österreichs Rekord-Internationaler, einst Alabas Trainer im ÖFB-Nachwuchs, war bis vor ein, zwei Jahren noch vom (zentralen) Mittelfeld als Alabas rechtmäßiger Heimat am Fußballplatz überzeugt. Ein paar unglückliche Alaba-Auftritte ebendort haben sogar Herzog diesbezüglich kleinlauter werden lassen.

Cool, souverän, entspannt
Mittelfeld oder doch endlich auch im Nationalteam links hinten - die Diskussion um die richtige Alaba-Position im ÖFB-Team wird bisweilen hitziger als jene um die Erbschaftsteuer, emotionaler als jene um Rot-Blau geführt. Star-Kolumnisten, TV-Experten, Stammtisch-Granden - alle haben ihre Meinung dazu und tun diese mal diplomatisch, mal unverblümt, bisweilen beleidigend kund. Und Alaba selbst? Bleibt stets cool, souverän, entspannt. Auf die Kritik von "Sky"-Spitzzunge Alfred Tatar rund um das Irland-Länderspiel ("Alaba interpretiert mehr in sich hinein als da ist") reagierte er fast provokant stoisch: "Ich kenne diese Person kaum. Das ist halt seine Meinung." Und aus.

Während andere Sportler (unberechtigte) Journalisten-Kritik (zurecht) zur Staatsaffäre aufplustern, ihre Pressesprecher zur Begradigung ausschicken oder beleidigt schmollen, erweckt Alaba stets den Eindruck, als hätte er wirklich Wichtigeres zu tun, als sich mit derlei Banalitäten herumzuschlagen. Sich auf seinen Job konzentrieren, zum Beispiel. Dass ausgerechnet ihm, dem Jahrunderttalent, die mediale Kritikwelle so massiv entgegen peitscht wie kaum einem anderen österreichischen Spitzensportler, scheint ihm - zumindest nach außen hin - herzlich egal zu sein.

Beratungsresistenz?
Sicher, das könnte man als Beratungsresistenz, womöglich gar als fehlende intellektuelle Kapazität interpretieren. Viel wahrscheinlicher ist: Alaba ist, "Bild" und Co. sei Dank, aus Deutschland ganz andere Geschoße aus den medialen Kritik-Kanonen gewohnt. Und verarbeitet derartige Phänomen daher professionell, ja extraklasse.

Bevor die obligate Journalistenschelte kommt: Ja, die dürfen und sollen kritisiert werden, vor allem wenn sie Mist gebaut haben (da schließt sich der Autor dieser Zeilen durchaus ein). Sportler müssen sich nicht alles von der schreibenden und kommentierenden Zunft gefallen lassen. David Alaba scheint seine Energien aber lieber anderweitig einzusetzen. Vielleicht macht ihn auch diese mentale Stärke zu einem der besten Kicker der Welt (zumindest links hinten).

Michael Fally
Redakteur
Michael Fally
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