Fr, 15. Dezember 2017

Höchste Lebensgefahr

24.06.2017 14:05

Nach Horrorfeuer fünf Wohntürme in London geräumt

Nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower wurden am Freitagabend in der britischen Hauptstadt fünf Hochhäuser mit insgesamt 800 Wohnungen evakuiert. Die Gebäude würden wegen Feuergefahr "umgehend geräumt", teilte die Stadtverwaltung im Bezirk Camden mit. Es bestünden Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Fassadenverkleidung, hieß es.

"Grenfell ändert alles, und ich glaube nicht, dass wir ein Risiko eingehen sollten", erklärte Behördenvertreterin Georgia Gould. Die Wohnungen würden "sofort" geräumt, es könne "nicht garantiert werden, dass die Menschen sicher sind".

Feuer breitete sich über die Fassade aus
Bei dem verheerenden Brand im Grenfell Tower waren in der vergangenen Woche mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer in dem 24-stöckigen Sozialbau hatte sich rasend schnell über die Fassade ausgebreitet. Das Material der Außenverkleidung steht daher im Zentrum der Aufarbeitung der Katastrophe. Als Konsequenz aus dem Unglück hatten die Behörden eine Untersuchung von ähnlich gebauten Hochhäusern in ganz England veranlasst.

Der Grund für die nun angeordneten Evakuierungen seien "dringende Arbeiten zur Brandsicherheit", teilten die Behörden am späten Freitagabend mit. Die Entscheidung sei nach einer Inspektion der Londoner Feuerwehr getroffen worden. Die Feuerwehrleute sagten demnach, sie könnten die Sicherheit der Bewohner nicht garantieren.

Die Bewohner mussten ihre Apartments noch am Freitagabend verlassen. Hunderte Menschen konnten nur das Nötigste packen und verbrachten die Nacht auf Matratzen in öffentlichen Gebäuden, in Hotels oder bei Freunden. "Wir können kein Risiko eingehen", begründete Georgia Gould von der Verwaltung des Bezirks Camden die nächtliche Evakuierung. Die Bewohner würden zu ihrer eigenen Sicherheit vorerst in Hotels untergebracht: "Um die Kosten kümmern wir uns später."

Auch Protest gegen Räumung der Häuser
Es gab aber auch Proteste gegen die Räumung, mehr als 83 Menschen blieben in ihren Wohnungen. Sie hätten sich geweigert, die Häuser im Stadtteil Camden zu verlassen, berichteten Behörden. Samstagfrüh erhielten die Bewohner eines der fünf in der Nacht geräumten Hochhäuser überraschend die Erlaubnis, in ihre Wohnungen zurückzukehren. Die Feuerwehr habe das Gebäude für sicher erklärt, sagte Gould.

Eine Inspektion hatte ergeben, dass "dringende Arbeiten zur Brandsicherheit" nötig seien. Behördenangaben zufolge sind etwa 650 Wohnungen betroffen. Die Arbeiten an den nun geräumten Gebäuden im nördlichen Stadtbezirk Camden sollen drei bis vier Wochen dauern, wie Georgia Gould vom Bezirksrat sagte.

Bürgermeister spricht von "Vorsichtsmaßnahme"
Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb auf Facebook von einer "Vorsichtsmaßnahme" und bezeichnete die Räumung als den besten Weg, um die Bewohner zu schützen. Eine "Reihe bestimmter Umstände" mache das in diesem Fall notwendig, so das Stadtoberhaupt.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden