Mi, 13. Dezember 2017

Folgen unterschätzt

23.06.2017 23:53

Die Handy-Gefahr am Steuer

Das Handy am Steuer bleibt eine große Gefahr im Straßenverkehr: Im Schnitt werden in Salzburg pro Tag 15 Handy-Lenker erwischt, laut VCÖ-Statistik mittlerweile dreimal soviel wie Alkofahrer! Verkehrsexperten warnen, dass die Folgen der Telefon-Ablenkung unterschätzt werden - und zur Urlaubszeit teuer sein können.

Zugegeben: Ursache Nummer 1 für folgenschwere Unfälle ist die Raserei: 450.000 geahndete Übertretungen von Tempo-Limits 2016 in Salzburg - das Schnellfahren bleibt trauriger Spitzenreiter bei Verkehrsdelikten. Seit 2010, so rechnen die VCÖ-Experten, wurden in Salzburg mehr als 50.000 Lenker beim Handy-Telefonieren am Steuer erwischt. Allein im Vorjahr waren es 5600 Anzeigen, dreimal so viele wie wegen Trunkenheit am Steuer. Nur Gurtenmuffel (5800 Anzeigen) sind noch unbelehrbarer. Ein schwacher Trost, dass die Handy-Statistik insgesamt rückläufig ist, wurden 2011 doch noch knapp 10.000 Handy-Sünder pro Jahr ertappt.

Mehr Telefon-Sünder als Alko-Lenker unterwegs

Was sicher auch mit schärferen Strafen zusammenhängt: Immerhin seit 1999 (!) gilt ein Handyverbot am Steuer, gerade erst im Vorjahr wurden die Gesetze nachgeschärft. Wird man erwischt, kostet das 50 Euro, bei einer Anzeige 72 Euro. Laut ÖAMTC im EU-Vergleich immer noch "günstig": In Dänemark drohen 200 Euro, in den Niederlanden gar 230 Euro!

Derweil werden die Gefahren extrem unterschätzt: "Wir haben pro Jahr 3000 Teilnehmer an unserem Reaktionssimulator. Da geht es um Ablenkung vom Handy bis zur Rauschbrille. Damit wollen wir die dramatischen Folgen aufzeigen", erklärt ÖAMTC-Sprecherin Aloisia Gurtner. "Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert reagiert so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille", ergänzt VCÖ-Experte Christian Gratzer.

Doch nicht nur das Telefonieren ist ein Problem: Das Schreiben von SMS oder in Sozialen Netzwerken sowie das Bedienen von Navis können die Reaktionszeit um bis zu zwei Sekunden beeinflussen! "Dieser Blindflug führt zu einem massiv längeren Anhalteweg", fordert der VCÖ drastischere Strafen: Etwa die Aufnahme in das EU-Vormerksystem.

Max Grill, Kronen Zeitung

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