Fr, 15. Dezember 2017

3540 Meter entfernt

23.06.2017 18:29

Sniper erschießt IS-Kämpfer aus Rekorddistanz

Ein Scharfschütze der kanadischen Armee hat im Irak einen neuen Rekord unter Kampfbedingungen aufgestellt: Er tötete einen mehr als 3,5 Kilometer entfernten Terroristen des Islamischen Staats - das entspricht der unglaublichen Distanz von rund 35 Fußballfeldern. Der Elitesoldat traf auf Anhieb, die Kugel brauchte knapp zehn Sekunden bis ins Ziel. Den bisher weitesten Schuss hatte mit knapp 2,5 Kilometern ein britischer Soldat 2009 abgegeben.

Der Soldat ist Mitglied der Spezialeinheit Joint Task Force 2, wie die kanadische Zeitung "Globe and Mail" berichtete.

Die Details über den weitesten tödlichen Präzisionsschuss unter Kampfbedingungen: Knapp zehn Sekunden lang sei die Kugel laut dem Bericht durch die Luft geflogen und habe dabei eine Distanz von exakt 3540 Metern zum Ziel zurückgelegt. Dies ist umso beeindruckender, musste der Elitesoldat doch aus seinem erhöhten Versteck nicht nur den Wind berücksichtigen, sondern auch die Erdanziehungskraft.

Der Rekordschuss, für den laut Experten neben einer ruhigen Hand und Adleraugen auch eine gehörige Portion Glück nötig sind, wurde mit einer McMillan TAC-50 abgefeuert. Ein altbewährtes Scharfschützengewehr der kanadischen Spezialeinheit, das seit 2000 eingesetzt wird. Die McMillan TAC-50 wird speziell für Schüsse über lange Entfernungen eingesetzte. Es verschießt Patronen im Kaliber 12,7 × 99 Millimeter - eine Patrone ist etwa 14 Zentimeter lang.

Bisherigen Rekord um einen ganzen Kilometer überboten
Der Name des Schützen, der den bisherigen Rekord des Briten Craig Harrison um einen ganzen Kilometer überbieten konnte, wurde vorerst nicht genannt. Harrison hatte im November 2009 aus 2474 Metern Entfernung zwei Taliban-Anführer erschossen. Auch genauere Angaben zu Zeitpunkt und Ort des Schusses des Kanadiers wurden aus Sicherheitsgründen vorerst keine veröffentlicht. Seine Dienststelle bestätigte den Treffer aber.

"Das kanadische Spezial-Operationskommando kann bestätigen, dass ein Mitglied der Joint Task Force 2 ein Ziel aus der Entfernung von 3540 Metern traf. Aus operativen Sicherheitsgründen und um die Sicherheit unserer und der unserer Koalitionspartner zu erhalten, werden wir keine genauen Details bekanntgeben, wann und wie der Vorfall stattfand", hieß es in einem schriftlichen Statement, aus dem "The Globe and Mail" zitierte.

Um die Abschüsse bestätigen zu können, werde jeder Scharfschütze, der eine McMillan TAC-50 verwende, von einem Beobachter begleitet, wischte indessen eine anonyme Quelle in der kanadischen Armee Zweifel an dem Rekordschuss vom Tisch. Die Schüsse der Scharfschützen würden zudem auf Video festgehalten und die Daten mit Messgeräten ausgewertet und aufgezeichnet werden.

Der Beobachter ist aber auch deshalb notwendig, weil das unhandliche Gewehr, das nur einzelne Schüsse zulässt, keinen angemessenen Schutz bieten würde, sollte der Sniper in ein Gefecht auf kurze Entfernung verwickelt werden, hieß es weiter.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden