Do, 14. Dezember 2017

Zum Drücken!

24.06.2017 06:00

HTC U11: Das weltweit erste Quetsch-Handy im Test

Er hat das allererste Android-Smartphone gebaut, ist in den letzten Jahren im Wettbewerb mit den großen koreanischen und chinesischen Herstellern aber etwas ins Hintertreffen geraten: der taiwanesische Smartphone-Spezialist HTC. Jetzt soll ein neues Android-Flaggschiff die Wende bringen: das U11, das gleichzeitig der Welt erstes Smartphone mit Quetsch-Sensor ist. Wie es sich in der Praxis schlägt, hat krone.at getestet.

HTC will es mit dem U11 wissen und verbaut feinste Oberklasse-Hardware in dem Gerät. Zum neuen Top-Chip Snapdragon 835 von Samsung gesellen sich vier Gigabyte RAM, eine flotte und lichtstarke 12-Megapixel-Kamera - und ein Glasgehäuse, das an den Effektlack mancher Sportwagen erinnert.

Die komplette Ausstattung des HTC U11 sehen Sie in der Leistungstabelle:

HTC U11

CPU

Qualcomm Snapdragon 835: 4 x 2,45 + 4 x 1,9 GHz

RAM

4 GB

Diagonale

5,5 Zoll (16:9, IPS)

Auflösung

2560 x 1440 Pixel

Speicher

64 GB

microSD-Slot

bis 2 TB

Hauptkamera

12 Megapixel (F/1.7); Phase-Detection-Autofokus; Optischer Bildstabilisator; Dual-LED-Blitz

Fronkamera

16 Megapixel (F/2.0)

Funk

LTE, Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.2, NFC, GPS, GLONASS, BeiDou

Maße

154 x 76 x 7,9 Millimeter

Akku

3000 mAh (lädt via USB-C)

Extras

Glas-Chassis mit Effektlack-Optik
Wasserfest nach IP67-Norm
Drucksensor im Gehäuserahmen
Fingerabdruck-Scanner
Dual-SIM

Software

Android 7.1

Preis

ab 750 Euro

Dass man dem U11 in puncto Hardware-Leistung nichts vormacht, liegt angesichts der verbauten Komponenten auf der Hand. Qualcomms neuer Hochleistungs-Chip nimmt es mit dem Prozessor in Samsungs Galaxy S8 auf und kommt in Benchmark-Vergleichstests wie "AnTuTu" in ähnlichen Wertungsregionen jenseits der 170.000 Zähler zu liegen.

Flüssige Android-Nutzung, problemloses Multi-Tasking und hinreichend Performance für Spiele sind die Frucht, die der Nutzer durch den flotten Chip erntet. Tatsächlich bietet das U11 ebenso wie seine Rivalen in der Oberklasse deutlich mehr Leistung, als die meisten Smartphone-Nutzer im Alltag brauchen.

Display: Schärfer, als es das Auge wahrnimmt
Das Gleiche könnte man über die Bildschirmauflösung sagen. Mit 2560 mal 1440 Pixeln ist das Display schärfer, als es das menschliche Auge erfassen kann. Die Folge: Scharfer und klar lesbarer Text, detailreiche Fotos und tolle Videos. Die natürliche Farbdarstellung sei ebenso positiv erwähnt wie die hohe maximale Helligkeit. Im Direktvergleich mit AMOLED-Displays gibt es nicht ganz so sattes Schwarz, manch ein Nutzer dürfte dafür die nicht ganz so knalligen Farben zu schätzen wissen.

Im Gegensatz zur Konkurrenz aus Korea bleibt HTC beim U11 dem 16:9-Seitenverhältnis treu. Bei 5,5 Zoll Diagonale kommt so viel Bildschirmfläche zusammen, das Gerät ist allerdings durch seine Breite nicht ganz so handlich wie die Koreaner. Vorteil des 16:9-Seitenverhältnisses: Apps, die sich nicht an exotischere Seitenverhältnisse anpassen lassen, sind am U11 kein Problem.

Exzellente Kamera - auch im Zwielicht
Die Kamera des HTC U11 ist exzellent. Durch die F/1.7-Blende liefert sie selbst bei suboptimalen Lichtbedingungen noch rauscharme und helle Bilder, bei Tageslichtaufnahmen stimmen Schärfe und Detailgrad sowieso. Der Phasenvergleichs-Autofokus arbeitete im Test flott, die optische Bildstabilisierung unterbindet Verwackler recht zuverlässig.

Das muss sie auch: Ein Nachteil des Drucksensors im unteren Bereich des Rahmens, der standardmäßig als Kamera-Schnellstarter und Auslöser dient, ist nämlich die höhere Wackelgefahr beim Fotografieren. Drückt man das Smartphone zusammen, kann sich das Gerät gerade bei stärkerem Druck leicht in der Hand bewegen - und beim Fotografieren sind Bewegungen riskant.

Praktisch ist der Quetsch-Sensor trotzdem - schon allein, weil man die Apps, die durch ihn gestartet werden, frei wählen darf. Überdies lässt sich das Verwackler-Risiko verringern, indem man die Empfindlichkeit des Sensors erhöht und nicht so viel Druck braucht, um die gewünschte Aktion zu starten.

Extrem hochauflösende Frontkamera
Ein wahres Monster ist die Frontkamera: Sie bietet satte 16 Megapixel Auflösung, liefert also sehr hochauflösende Selfies. Dank F/2.0-Blende sind die unter Tageslichtbedingungen detailreich und scharf, im Zwielicht unterliegt die Frontkamera aber bei der Bildqualität der Hauptkamera.

Saubere Verarbeitung, sehr gute Ausstattung
Bei der Verarbeitung macht HTC alles richtig: Das U11 überzeugt mit einem steifen Gehäuse, zu große Spaltmaße oder andere Verarbeitungsmängel sind uns am Testgerät nicht aufgefallen. Das Design wirkt insgesamt durchdacht, Finessen wie ein geriffelter Entsperr-Button seien lobend erwähnt. Das Handling ist allerdings Geschmackssache: Weil die Rückseite aus Glas besteht, ist sie eher rutschig und anfällig für Fingerabdrücke. Stürze dürften überdies problematisch werden. Wer das Gerät mit einer Hülle schützt, vermeidet im Zweifel Schlimmeres.

Die Ausstattung des U11 überzeugt. Zur flotten CPU und dem üppigen RAM gesellen sich hinreichend interner Speicher, ein praktischer Speicherkartenslot und aktuelle Funkstandards. Der Fingerscanner an der Gerätefront arbeitet flott und zuverlässig. Dass das Gehäuse spritzwasserfest ist, gefällt ebenfalls. Positiv erwähnt sei auch das ungewöhnliche Effektlack-Design: Die Farbwechseleffekte, die HTC seinem neuen Flaggschiff spendiert hat, findet man bei keinem Konkurrenten.

Milliamperestunden große Akku verhilft dem U11 auch bei intensiverer Nutzung problemlos zu einem Tag Laufzeit, nächtliches Aufladen wird den meisten Nutzern aber nicht erspart bleiben. Sparsame Naturen mögen mehr Laufzeit aus dem Gerät schinden, im Regelfall wird man es aber täglich laden. Das geschieht über USB-C und klappt dank Schnelllade-Feature angenehm flott.

Sehr gut hat uns im Test die Software am HTC U11 gefallen. Optisch operiert man hier nah an jenen Standards, die Google für sein Mobilbetriebssystem Android vorsieht. Bloatware, wie man sie bei manch anderem Hersteller im Übermaß findet, ist nur wenig vorhanden und kann überdies deinstalliert werden.

Einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen die Audiofähigkeiten des U11. Wie Apples iPhone 7 verfügt das Gerät über keinen Klinkenstecker, man muss beim Anschluss kabelgebundener Kopfhörer also zu einem beiliegenden Adapter greifen - oder einen USB-C-Kopfhörer einsetzen. Da trifft es sich gut, dass HTC einen solchen beilegt. Der weiß dann auch die Vorzüge des digitalen Anschlusses zu nutzen, bietet unter anderem aktives Noise Cancelling. Ebenfalls gut gelungen: Das U11 ist mit mehreren Mikros gespickt und verspricht so beim Filmen besseren Klang als manch Rivale.

Apropos Klang: Seit jeher eine Stärke von HTC, verfügt auch das U11 über taugliche Lautsprecher und klingt für Smartphone-Verhältnisse ziemlich gut. Das macht sich besonders beim Videoschauen - etwa bei YouTube-Filmchen - bezahlt.

Fazit: HTC liefert mit dem U11 ein Flaggschiff mit wenigen Schwächen ab. Es ist pfeilschnell, sauber verarbeitet, hübsch anzusehen, bietet eine sehr gute Kamera und satten Sound. Das Quetsch-Feature sehen wir zwar eher als Gimmick und über einen Klinkenanschluss hätten wir uns auch gefreut, das trübt den guten Gesamteindruck aber nur wenig. Der Smartphone-Pionier aus Taiwan spielt mit seinem aktuellen Top-Gerät auf Augenhöhe mit den besten Geräten der Konkurrenz und übertrifft sie in mancher Hinsicht - etwa bei der schnörkellosen Software - sogar.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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