Mi, 13. Dezember 2017

Hochhausbrand

23.06.2017 18:11

Bestätigt: Kühlschrank löste Flammenhölle aus

Nach dem Feuerdrama in einem Hochhaus in London mit 79 Toten steht nun fest, dass ein Kühlschrank das Flammeninferno ausgelöst hatte. Rückrufaktion sei allerdings keine geplant. Die Polizei ermittelt zudem wegen fahrlässiger Tötung. Beamte hätten Unterlagen von mehreren Organisationen beschlagnahmt, sagte Fiona McCormack von Scotland Yard vor Reportern am Freitag. Die Behörde untersuche allgemeine Sicherheitsverstöße und Verstöße gegen den Brandschutz.

Der anfängliche Verdacht, dass ein Kühlschrank den Brand ausgelöst hatte, konnte indes bestätigt werden. Bisher habe es für das betreffende Kühlschrank-Modell keinen Rückruf gegeben, erklärte Polizeisprecherin Fiona McCormack. Das Modell Hotpoint FF175BP war zwischen 2006 und 2009 von Indesit gebaut worden, später wurde das Unternehmen von dem US-Hersteller Whirlpool übernommen. Das Unternehmen erklärte, es behandle das Problem mit "höchster Dringlichkeit" und werde den Ermittlern in allen Fragen beiseite stehen. Der Konzern rief Besitzer von Kühlgeräten der Modelle FF175BP und FF175BG auf, sich zu melden.

Außenverkleidung und Fassade fielen bei Sicherheitstest durch
Kurz nach dem Brand waren bereits die Außenverkleidung und Dämmung des Grenfell Tower für die rasche Ausbreitung des Feuers verantwortlich gemacht worden. McCormack erklärte dazu am Freitag: "Alles, was ich derzeit sagen kann, ist, dass sie keinerlei Sicherheitstests bestehen." Die Fassade des 1974 erbauten Hochhauses war erst im vergangenen Jahr erneuert worden.

Die Polizei untersuche nun mögliche Vergehen aller am Bau und an der Renovierung beteiligten Unternehmen, führte die Polizeisprecherin aus. Untersucht würden allgemeine Sicherheitsverstöße und Verstöße gegen den Brandschutz. "Wir gehen jeder Straftat nach, angefangen bei fahrlässiger Tötung", sagte McCormack.

Nicht alle Leichen werden identifiziert werden können
Bei dem Brand in dem Sozialbau im Stadtteil Kensington waren in der vergangenen Woche mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen. Aus dem ausgebrannten Grenfell Tower wurden mittlerweile alle Leichen geborgen, die als solche identifiziert werden konnten, wie die Polizeisprecherin erläuterte. Sie verwies auf die "grausame Wahrheit, dass wir womöglich wegen der intensiven Brandhitze nicht alle finden oder identifizieren können, die gestorben sind". Die Suche nach weiteren Opfern und ihre Identifizierung könne noch bis Ende des Jahres dauern, erkläre McCormack.

Die Zahl der Opfer liegt laut Polizei möglicherweise auch deshalb höher als bisher bekannt, weil in dem 24-stöckigen Gebäude einige Menschen illegal gewohnt haben könnten. Überlebende gehen von einer wesentlich höheren Opferzahl aus als die Behörden. Viele Freunde und Nachbarn seien seit dem Brand verschwunden, Kinder nicht mehr in Schulen und Freizeitgruppen aufgetaucht.

 krone.at
Redaktion
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