Do, 23. November 2017

Überteuerte Angebote

23.06.2017 12:09

Wie geahnt: Umbau des Parlaments verzögert sich

Der Umbau des Parlaments in Wien verzögert sich. Wie Parlamentsvizedirektor Alexis Wintoniak gegenüber der "Presse" bestätigte, wurden Baumeisterausschreibungen in der Höhe von rund 50 Millionen Euro widerrufen, weil die Angebote deutlich über den Vorgaben lagen. Hinter vorgehaltener Hand werden Preisabsprachen vermutet.

Alle drei im offenen Verfahren abgegebenen Angebote seien deutlich über der festgesetzten, von namhaften Zivilingenieurbüros im Vorfeld bestätigten Kostenobergrenze gelegen, heißt es.

Prüfer halten Terminpläne für "sehr ambitioniert"
Erst Ende Februar hatte der Rechnungshof den im Zuge der Parlamentssanierung geplanten Ausbau unter dem historischen Reichsratssaal kritisiert. "Die geplanten massiven Baumaßnahmen unterhalb des Saals könnten Schäden und bisher nicht berücksichtigte Mehrkosten verursachen", hielten die Prüfer fest. Demnach kostet die Sanierung des Parlaments 437,5 Millionen Euro und nicht - wie ursprünglich im Parlamentsgebäudesanierungsgesetz budgetiert - 403,6 Millionen Euro. Die Terminpläne halten die Rechnungshofprüfer für "sehr ambitioniert".

Unansehnliche Container auf dem Heldenplatz
Je länger die Sanierung des Parlaments dauern wird, desto länger werden den Wienern auch die Ersatzquartiere, die optisch nicht gerade ansprechenden Container auf dem Heldenplatz, erhalten bleiben.

Video: Rohbau der Ausweichquartiere ist fertig

Ursprünglich hatte es geheißen, dass diese proviorischen Gebäude bereits in drei Jahren wieder Geschichte sein werden.

Parlament hält an ursprünglichen Plänen fest
Das Parlament selbst hält vorerst an den ursprünglichen Ausbauplänen fest. Auch die Überlegung, auf die Baumaßnahme unterhalb des Reichratssaals zu verzichten, sei nach eingehender Diskussion verworfen worden, teilte die Parlamentsgebäudesanierungsgesellschaft unter Verweis auf Parlamentsvizedirektor und Projektleiter Wintoniak mit.

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