Fr, 15. Dezember 2017

Seltene Aufnahmen

22.06.2017 16:21

Hier "rettet" Wassersportler einen Riesenkalmar

Ein südafrikanischer Wassersportler sorgt mit spektakulären Bildern eines Riesenkalmars für Aufregung: Videoaufnahmen der Tiere, die eigentlich in der Tiefsee beheimatet sind, sind äußerst selten. So überrascht es nicht, dass Taylors Aufnahmen eines verletzten Riesenkalmars auf reges Interesse stoßen - zugleich löste die Aktion des Südafrikaners, die mit der Tötung des "Meeresungeheuers" endete, aber auch zahlreiche negative Reaktionen aus.

Taylor war mit Freunden beim Paddleboarden am Melkbosstrand rund 30 Kilometer nördlich von Kapstadt, als er den Riesenkalmar im Wasser entdeckte. Als der Wassersportler erkannte, dass das Tier verletzt ist, traf er eine Entscheidung, für die er nun auch Kritik einstecken muss: Taylor holte von zu Hause kurzerhand ein Seil, um den Riesenkalmar damit zu fangen.

"Es hatte Tentakel verloren und Bisswunden am oberen Teil des Körpers", schreibt Taylor auf Facebook, der Riesenkalmar sei schwer verletzt gewesen, als er ihn entdeckte. "Es war schon schwach, als wir es gefangen haben." Weil es "kaum am Leben" gewesen sei, sei es auch einfach gewesen, das Tier zu fangen. Ein gefährliches Unterfangen für den Riesenkalmar, aber auch die Wassersportler.

Tier wegen schwerer Verletzungen getötet
Weil er und seine Freunde dem Riesenkalmar keine Überlebenschance gegeben hätten, hätten sie kurzerhand beschlossen, ihn für Forschungszwecke zum Strand zu bringen - wo sie das seltene Meerestier wegen seiner schweren Verletzungen schließlich töteten, zitierte die Internetplattform "Earth Touch News" Taylor. Der Südafrikaner ergänzte zudem, Bildermaterial und Proben des toten Tieres an Forschungseinrichtungen geschickt zu haben. Ein Wissenschaftler habe ihm daraufhin auch bestätigt, das es sich bei dem Fund mit ziemlicher Sicherheit um einen Riesenkalmar handeln dürfte.

Heftige Kritik im Netz: "Kein Respekt vor der Natur"
Auf Facebook und Instagram, wo Taylor die Videoaufnahmen veröffentlichte, löste die Aktion des Wassersportlers, die mit dem Tod des "Meeresungeheuers" endete, dennoch teils heftige Kritik aus.

"Und hier sehen wir, dass es keinen Respekt mehr vor der Natur gibt - was für ein dummer Mann", schreibt etwa ein User auf Instagram unter das Video. "Was berechtigt dich, ein leidendes Meerestier außerhalb des Wassers noch ein bisschen mehr zu quälen, nur weil es verletzt ist?", fragt ein anderer. Zusatz: "Bist du ein Meeresbiologe?" Ein weiterer User empört sich: "Warum hast du es an den Strand gebracht? Weil du gedacht hast, es sei verletzt, darfst du entscheiden, ob es stirbt?"

Riesenkalmare (Architeuthis) leben normalerweise in der Tiefsee und verfügen über acht Arme und zwei lange Tentakel sowie riesige Augen. Um sie ranken sich viele Seemanns-Legenden, oft wurden sie als vielarmige Meeresungeheuer bezeichnet, die Schiffe in die Tiefe reißen würden. Sichtungen oder gar Aufnahmen der Tiere, vor allem an der Meeresoberfläche, sind eine Seltenheit und erregen weltweit großes Interesse.

Großer Riesenkalamar vor Spaniens Küste fotografiert
So war etwa erst im Oktober des Vorjahres im Nordwesten Spaniens einer der größten jemals lebend gesichteten Riesenkalmare entdeckt worden. Einem Hobbyfotografen war eher zufällig ein Bild des 105 Kilo schweren Tieres geglückt. Ein ähnlich großer Riesenkalmar war bisher nur einmal lebend gefilmt worden - vor drei Jahren in Japan.

Das Tier in Spanien war schwer verletzt und hatte nur noch ein intaktes Auge. Vermutlich war es zuvor von einem ähnlich großen Artgenossen angegriffen und dabei verwundet worden, sprach ein Experte von einem "Kampf der Titanen". Der Riesenkalmar verstarb leider kurz nach seiner Entdeckung durch den Hobbyfotografen.

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Redaktion
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