Fr, 15. Dezember 2017

Digitaler Scan

26.06.2017 06:00

Zahnabdruck ohne Würgen

Ein Modell des Gebisses ist wichtig für die Therapie. Angenehmer wird es nun mit Scan.

Nicht nur der Bohrer, sondern auch die Abnahme eines Zahnabdrucks verursacht vielen Menschen Alpträume. Würgereiz oder das Gefühl, mit dem Herausziehen der mit "Gummi gefüllten Schablone" alle Zähne zu verlieren, sind die meist genannten Ärgernisse, die mit diesem Prozedere einhergehen. Ein moderner Scan sorgt nun für ein gleiches Ergebnis ohne Würgen. "Zahnabdrücke sind in der täglichen Praxis unabdingbar. Der Techniker erstellt am Gipsmodell Kronen, Inlays, Brücken, abnehmbaren Zahnersatz, Veneers und vieles mehr. Manchmal muss man die Situation ganz einfach auch außerhalb des Mundes analysieren können", erklärt DDr. Christian Polak, Facharzt für Zahnheilkunde in Wien und Baden.

Die klassische Methode verlief bisher so: Der Patient biss auf einen mit flüssigem Silikon gefüllten Abdrucklöffel und behielt ihn drei bis sechs Minuten im Mund, bis das Material erstarrte. "Später wurde es mit Kraftaufwand entfernt, was vielen Patienten unangenehm war", beschreibt DDr. Polak. Danach ruhte die Masse, da man sie beim Herausnehmen ja ein wenig aufdehnte. Dann wurde sie mit Gips ausgegossen. Heute bringt der Arzt dank digitalem Abdruck kein Material mehr auf die Kauwerkzeuge auf. Der optische Scanner erstellt eine Vielzahl von Aufnahmen, verbindet diese zu einem 3-D-Bild und schickt es an einen Computer weiter. "Die neue Methode dauert etwa drei bis zehn Minuten und die Vorteile liegen auf der Hand: Der Patient muss nur noch den optischen Teil des Gerätes im Mund behalten. Der Würgereiz entfällt bei vielen. Außerdem können wir jederzeit eine Pause einlegen und genau an der richtigen Stelle wieder weiterscannen. Es ist auch leichter, nur einzelne Zähne oder Abschnitte zu erfassen", beschreibt DDr. Polak.

Die Daten können nun außerdem ganz einfach elektronisch gesichert, an das Labor und dort an den Fräscomputer geschickt werden. Dieser stellt dann mittels 3-D-Druck ein Kunststoffmodell her. Die Präzision beider Methoden stuft der Experte als ähnlich ein. "Falls ein digitaler Abdruck einmal nicht funktioniert, kann man ihn schnell noch einmal machen und in das vorhandene Zahnbild einfügen. Ungenauigkeiten gehören nun eigentlich der Vergangenheit an. Meine Patienten zeigen sich jedenfalls zufrieden", freut sich DDr. Polak.

Dr. Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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