So, 17. Dezember 2017

Ransomware

22.06.2017 09:38

Zahl der Online-Erpressungen rasant gestiegen

Die Zahl der Online-Erpressungen mittels sogenannter Ransomware ist in Österreich rasant gestiegen - allein im Laufe des vergangenen Jahres um 267 Prozent, wie BKA-Direkter Franz Lang und Staatsanwältin Dascha Uljanov am Mittwoch beim Forum Staatsanwälte in Walchsee, Tirol, schilderten.

Generell schreite die Entwicklung in Sachen Cybercrime "rasend" voran: Mittels Bankentrojaner werden Konten leergeräumt, beim CEO-Fraud durch Täuschung Unternehmen dazu gebracht, Überweisungen zu tätigen, Ransomware eingesetzt, um Daten zu sperren und für die Entsperrung Zahlungen zu verlangen. Mittels Fake-Webshops locken Betrüger Geld heraus, für das es nie eine Gegenleistung gibt.

Durch vier Fälle von CEO-Fraud gelang es Tätern zuletzt, heimische Firmen um 86 Millionen Euro zu schädigen. Weitere 300 Betrugsversuche scheiterten, da nach Bekanntwerden der Vorgänge mehr als 4000 Chefs österreichischer Unternehmen gewarnt wurden.

Ermittlungen gestalten sich schwierig
Indes gestalten sich die Ermittlungen aufgrund der Komplexität und Internationalität laut Lang immer schwieriger. IP-Adressen könnten nicht eindeutig einer Person zugeordnet werden, zudem seien "unfassbare Datenmengen" auszuwerten, beklagt der BKA-Direktor.

Ohne laufende internationale Zusammenarbeit u.a. über Interpol, Europol und Eurojust wäre die Bekämpfung dieser grenzüberschreitenden Kriminalitätsformen gar nicht möglich. Neben Ressourcen seien die notwendigen Befugnisse und technischen Mittel unerlässlich, um zielführend ermitteln zu können, ortet Lang in Österreich Handlungsbedarf.

Staatsanwältin Uljanov fordert eine Änderung des Strafprozessrechts, um die Überwachung internetbasierter Kommunikation, also von Messenger-Diensten und Skype, zu ermöglichen. Zudem sollte die akustische Überwachung im Auto jener in der Wohnung gleichgestellt werden und Klarstellungen bei PUK-Code und sogenannter IMSI-Catcher, mit denen sich Mobilfunkkarten auslesen lassen, die Ermittlungsarbeit vereinfachen, so die Staatsanwältin.

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