Di, 12. Dezember 2017

Der Rubicon ruft

23.06.2017 13:02

Jeep Grand Cherokee Trailhawk: Alles auf Offroad!

Jeep ist wie Tempo oder Tixo. Der Name steht für die Gattung, viele sagen Jeep, wenn sie Geländewagen meinen. Oder SUVs. Egal, dass die Marke inzwischen nicht mehr uramerikanisch ist, sondern mittlerweile Fiat dahintersteht. Beim Jeep Grand Cherokee fällt das auch nicht auf, denn er wirkt so mächtig, wie ein Jeep wirken muss. Und als "Trailhawk" ist er jetzt auch besonders gut fürs Gelände gerüstet.

Diese Extra-Baureihe hat Fiat Chrysler dem Grand Cherokee zum Facelift spendiert, wodurch das große SUV die Lücke zum reinen Geländinger Wrangler komplett schließt. Trailhawk ist der Name (eingeführt zunächst mit Renegade und Cherokee), "trail rated" ist hingegen das Prädikat, das der Hersteller seinem komfortablen Offroader als Badge auf die vorderen Kotflügel klebt. Was so viel bedeutet wie "kann ab Werk auf den Rubicon Trail in Kalifornien geschickt werden".

Man merkt schon, Amis lieben die Show. Und die findet sich auch im Detail, wie etwa an den kleinen Jeep-Symbolen an den schwarz-silbernen 18-Zoll-Felgen, die von Reifen mit kevlarverstärkten Flanken umfangen werden.

Was Besseres kann man sich fürs forsche Einparken über Randsteine im spitzen Winkel nicht wünschen. Okay, im Gelände mit scharfkantigem Gestein kann das auch helfen. Im Schlamm käme man mit Stollenreifen besser durch, selbst wenn die "Selec Terrain"-Geländefahrprogramme einen weiter bringen, als man vielleicht glaubt. Für den Fall, dass die 27 cm Bodenfreiheit, welche die serienmäßige "Quadra Lift"-Luftfederung ermöglicht, nicht reichen, sind Tank, Vorderachsaufhängung und Verteilergetriebe von unten geschützt. Wer es ganz genau wissen will, sollte ab Werk den zusätzlichen Schweller-Aufsetzschutz aus Stahl ordern.

Im Auf und Ab der Offroad-Strecken unterstützt der Jeep seinen Fahrer mit der Gelände-Tempoautomatik Selec-Speed-Control. Der Trailhawk kriecht damit mit konstanter Geschwindigkeit vorwärts, wobei der Fahrer das Tempo über die Schaltpaddel am Lenkrad schrittweise regulieren kann.

Kein Blendwerk
Optisch ist die Trailhawk-Version des Jeep Grand Cherokee auf den ersten Blick an der schwarzen Blendschutzfolie auf der Motorhaube zu erkennen, mattes Grau findet sich an Dachreling, Frontgrill, Frontschürze (mit verbessertem Böschungswinkel!) und Außenspiegelgehäusen. Chrom bleibt den anderen Versionen vorbehalten, ins Gelände geht es ohne glänzende Effekte. Abgesehen von den LED-Tagfahrlichtern (LED-Scheinwerfer werden nicht angeboten, mehr als Bi-Xenon gibt es nicht).

Angetrieben wird der Jeep Grand Cherokee Trailhawk grundsätzlich vom 250 PS starken 3.0 V6 CRD MultiJet II-Turbodieselmotor. Der schiebt mit 570 Nm ab 2000/min. über die Achtgangautomatik kräftig an, klingt dabei aber so dünn und angestrengt, dass man ihn spontan auch für einen Vierzylinder halten könnte.

Das Fahrverhalten geht jedoch für einen hoch bauenden 2,5-Tonner schwer in Ordnung, der Jeep wirkt durchaus handlich. Spritzig jedoch nicht, für den Standardsprint braucht er über zehn Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt nur 190 km/h. Das Gewicht, das er mitschleppt, hängt sich einfach rein.

Im Trailhawk-Basispreis von 73.990 Euro ist fast alles drin, was man braucht, im Testwagen wurde sinnvollerweise unter anderem noch in das Technologiepaket mit Features vom Adaptivtempomat über den Spurhalteassistenten bis zur automatischen Parkfunktion investiert (1800 Euro). Ebenso praktisch wie ungewöhnlich: Es gibt am Lenkrad zwei aktivierende Tempomat-Knöpfe - einen für den klassischen Tempomaten, einen für den adaptiven.

Unterm Strich
Die Tage für den aktuellen Jeep Grand Cherokee sollten eigentlich schön langsam gezählt sein, immerhin wird er seit 2010 gebaut, aber der Nachfolger lässt noch auf sich warten. Also hat man den alten Herrn doch noch einmal überarbeitet. Daher ist es kein Wunder, dass der Italo-Ami im Vergleich etwa mit dem ungleich leichteren Land Rover Discovery ziemlich angestaubt wirkt. Aber angestaubt ist ein Auto im Gelände eh relativ schnell. Und eines hat er seinen Konkurrenten voraus: Er wird nicht nur Jeep genannt, er ist auch einer.

Warum?

  • Das Update hat ihm gutgetan, bis hin zum jetzt ganz normalen Automatikwählhebel.
  • Es ist noch immer irgendwie klassisch cool, in einem Jeep zu sitzen.

Warum nicht?

  • Die Konkurrenz ist einfach schon weiter.

Oder vielleicht …

… Land Rover Discovery, oder eine der fünf anderen Versionen des Jeep Grand Cherokee, die es jetzt gibt - bis rauf zum SRT mit 468 PS starkem 6,4-Liter-V8 ab 110.000 Euro

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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