Sa, 25. November 2017

Endometriose

20.06.2017 12:17

Mit Optimismus gegen den „Feind“ im Körper

Die 26-jährige Lisa-Maria Reisinger aus St. Florian bei Linz bloggt über ihre Erkrankung namens Endometriose - und macht damit auch anderen Betroffenen ganz viel Mut!

Hübsch, 26 Jahre jung, gebildet, sonniges Wesen und Yoga-Liebhaberin - auf den ersten Blick strahlt Lisa-Maria Reisinger vollkommene Gesundheit aus. Nichts Äußerliches lässt vermuten, dass die junge Frau seit ihrem 13. Lebensjahr an Endometriose und damit verbundenen extremen Menstruationsschmerzen leidet.

Schmerzen waren kaum mehr auszuhalten
"Die Beschwerden waren so schlimm, dass ich sofort - mit etwa 14 Jahren - die Pille verschrieben bekommen habe", erzählt sie heute. 2016 erst wurden aber die Beschwerden auch außerhalb der Menstruation so schlimm, dass sie kaum mehr auszuhalten waren. "Mein Weg führte mich zu vielen Experten, und niemand konnte mir sagen, woran ich leide", blickt sie zurück. Und längst waren dann nicht nur die ziehenden Schmerzen ein Thema, auch das Sitzen, das Tragen von Jeans, das Sexualleben, der normale Toilettengang führten zu Stechen, Ziehen und Brennen. Nach einer Bauchspiegelung fiel schließlich zum ersten Mal das Wort Endometriose. Damit eine im inneren des Körpers wuchernde Schleimhaut betitelt wird, die sich an Organe haftet und in diese oftmals bis zur Zerstörung einwächst.

"Ich gebe Einblick in das Leben mit Endometriose"
Doch statt sich über die Qualen zu beschweren, wurde Lisa-Maria aktiv: "In meinem Blog schreibe ich über Selbstliebe und gebe Einblicke in das Leben mit Endometriose." Mit Optimismus geht sie gegen den Feind vor, schafft Aufklärung, damit möglichst vielen Frauen geholfen werden kann.

Kommentar von Sabine Kronberger: Phantom im Körper

Kennen Sie zehn Frauen? Dann kennen Sie eine, die an Endometriose leidet! Eine, die sich mehrmals monatlich oder ständig vor Schmerzen krümmt. Was Endometriose ist? Das Chamäleon im Körper, das Phantom der Gynäkologie, die Erkrankung, von der selbst so manche Fachärzte bis heute nichts wissen.

Endo steht übersetzt für innen, Metrium für Schleimhaut. Also wuchernde Schleimhaut, die sich im Bauchraum an Organe wie Gebärmutter, Darm, Eierstöcke, Harnleiter oder Blase haftet, im schlechtesten Fall sogar hineinwächst und sie damit zerstört oder unaushaltbare Schmerzen verursacht. Das ist nur die vereinfachte Erklärung für ein Frauenleiden, das so facettenreich ist, dass man es kaum ergründen kann. Ein sicheres Indiz: Die starken Regelschmerzen.

Denn Regelschmerzen, starke, heftige Schmerzen sind nicht "normal". Lisa Maria Reisinger aus St. Florian hat die Diagnose erst vor einem Jahr bekommen, das Leiden dauert schon länger an. So wie bei mir. Tägliche Schmerzen seit dem 12. Lebensjahr. Tägliche Hormoneinnahme zur Besänftigung. Viele Operationen. Gott sei Dank konnte ich aber zwei wunderbare Kinder bekommen, was vielen anderen Endo-Frauen leider verwehrt bleibt, weil Organe viel zu sehr angegriffen sind oder entfernt werden mussten. Was wir gegen Endometriose tun können?

Nichts. Aber: Darüber reden, uns helfen, uns aufklären, Töchter mit Menstruationsschmerzen zur Untersuchung schicken und Endometriose gesellschaftsfähig machen. wir reden doch auch über Banalitäten wie Schnupfen oder Fieber!

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