Mi, 22. November 2017

Salzburg-Taxham:

20.06.2017 06:56

Geflohener Häftling als Mordverdächtiger

Mordalarm gibt es in Salzburg-Taxham: Die Feuerwehr musste eine Wohnungstür in der Josef-Ressel-Straße 35 öffnen. Eine Nachbarin hatte wegen des starken Geruchs, der aus den Räumen kam, Alarm geschlagen. Gefunden wurde die bereits verweste Leiche eines Sozialhilfeempfängers (64). Verdächtig: Ein Häftling.

Es geschah irgendwann zwischen Dienstag, 6. und Freitag, 9. Juni: Josef Füßl war seit knapp vier Monaten mit einem 33-Jährigen in Kontakt. Ob er wusste, dass dieser eigentlich wegen mehrerer Gewaltdelikte in Haft sein müsste, ist unklar. Der Häftling war bereits im März von einem Ausgang nicht mehr in die Justizanstalt in Puch zurückgekehrt. Nach ihm wurde bereits gefahndet. Mit dem 64-Jährigem verband ihn vor allem die Neigung zum exzessiven Trinken. Laut Nachbarn haben die beiden regelmäßig "gebechert". Und irgendwann dürfte der Jüngere ausgerastet sein und den Älteren brutal erwürgt haben. Danach verließ er die Wohnung, so als sei nichts gewesen. Erst sieben bis zehn Tage später - wie die Obduktion ergab - fiel einer Nachbarin der starke Verwesungsgeruch, der aus der Sozialwohnung von Josef Füßl kam, auf. Sie schlug Alarm.

Die Berufsfeuerwehr öffnete die Wohnungstür und machte dann den grausigen Fund. Josef Füßl lag am Boden. Die Obduktion am nächsten Tag ergab stumpfe Gewalteinwirkung am Hals und im Bereich des Oberkörpers als Todesursache. Füßl wurde offenbar mit bloßen Händen erwürgt. Ein Verdächtiger war rasch gefasst. Der geflüchtete Häftling betrat nämlich genau am Tag, als die Nachbarin die Polizei rief, gleich zweimal die Wohnung. Er hatte von seinem Freund einen Schlüssel bekommen. Der Mann wurde erneut festgenommen und zurück in die Justizanstalt nach Puch gebracht. Mit dem Mord will der Verdächtige nichts zu tun haben. Es wird aber noch weitere Einvernahmen geben. Außerdem läuft die Spurenauswertung noch. In Auftrag gegeben wurde auch eine DNA-Auswertung, um 100-prozentig sicherstellen zu können, dass es sich beim Mordopfer tatsächlich um Josef Füßl handelt.

Tat von Polizei tagelang geheim gehalten
Viel wussten die Nachbarn nicht über ihn zu berichten. Füßl dürfte einsam gewesen sein. Er hatte nur wenig Kontakte bis auf den 33-jährigen nunmehr Mordverdächtigen. Füßl ertränkte seine Sorgen offenbar gerne im Alkohol und lebte schon seit Jahren von der Sozialhilfe. Wie hoch diese war, wird derzeit überprüft. Warum der Mordfall in diesem Milieu von der Polizei tagelang geheim gehalten wurde, ist unklar. Letztendlich ging die Sache aber zur Staatsanwaltschaft weiter und so ging die Polizei schließlich am Montag an die Öffentlichkeit.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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