Sa, 25. November 2017

Boot versank

18.06.2017 13:53

„Schutzengel“ rettete drei Segler vorm Ertrinken

Ein Windböe brachte am Attersee vor Unterach eine mit drei Mann besetzte Segelyacht zum Kentern. Das Trio, das keine Schwimmwesten trug, konnte sich nur mit Mühe am nassen und rutschigen Kiel festhalten. Der Segler und Wasserretter Werner Schnetzer war nur 50 Meter entfernt und wurde zum Lebensretter. Kurios: Die theoretisch unsinkbare Segel- Yacht versank beim Bergen...

Ein Salzburger (50) machte mit zwei Freunden, einem Deutschen (47) aus Gräfelfing und einem Steyrer (59), eine Segelfahrt von Unterach Richtung Unterburgau. Laut Polizeibericht war die Witterung auf dem See unbeständig und der Wind wechselte oft die Richtung sowie die Stärke. Gegen 15.40 Uhr erfasste plötzlich eine sehr starke Windböe die Yacht. Der Kapitän hatte alle Segel gesetzt, versuchte noch, die Vorschoten auszulassen, damit der Wind nicht in voller Kraft hineinfährt. Das Manöver kam zu spät.

Gekentert
Das sechs Meter lange Boot vom Typ "Manta 19" kenterte sofort, der Kapitän und seine beiden "Matrosen" gingen über Bord. Sie konnten sich nur mit Mühe am Kiel festhalten. Die Havarie war etwa 500 Meter vom Ufer entfernt passiert. Eine Passantin wurde aufmerksam, schlug Alarm. Bis zum Eintreffen der Wasserrettung Unterach hatte Werner Schnetzer, der bei der Wasserrettung tätig ist und gerade in der Nähe privat segelte, das durchnässte Trio bereits an Bord genommen - mehr dazu im Interview. Eine Herausforderung für die Helfer war die Bergung des Segelbootes. Denn beim Abschleppen kippte die theoretisch unsinkbare Yacht und versank zur allgemeinen Verblüffung, blieb in zehn Metern Tiefe am Seegrund liegen. Taucher mussten das Boot mit Ballons bergen.

"Böen kommen blitzschnell"
Maximal fünf Sekunden hat ein Segler Zeit, auf eine Windböe zu reagieren, weiß der Unteracher Wasserretter Werner Schnetzer.

Sie sind passionierter Segler, Wasserretter und im aktuellen Fall auch Lebensretter.
Naja, ganz so dramatisch war es auch wieder nicht. Was mich verblüfft hat: Der Besitzer wollte unbedingt bei seinem havarierten Boot bleiben. Das hab’ ich ihm aber abgedreht, das wäre wirklich zu gefährlich gewesen.

Hatte der Kapitän die Gefahr durch die starken Böen unterschätzt?
Sagen wir es so: Ein erfahrener Segler weiß, dass er drei bis fünf Sekunden zum Reagieren hat, wenn eine Böe kommt. Da muss man dann blitzschnell sein.

Ganz laienhaft gefragt: Wie merkt man eigentlich, dass eine Windböe im Anzug ist?
Dann kräuselt sich die Seeoberfläche ganz typisch. Man muss dann Spannung aus den Segeln nehmen.

Kronen Zeitung, Christoph Gantner

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