Geldwäscheskandal

US-Justiz will Leonardo DiCaprios Picasso

Adabei
16.06.2017 14:42

Hollywoodstar Leonardo DiCaprio trifft zwar keine Schuld, der Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB wird für ihn aber trotzdem immer unangenehmer. Unter anderem soll er einen Picasso an die US-Justiz abgeben. Einen Oscar, der einst Marlon Brando gehört hatte, hat er bereits retourniert.

Das US-Justizministerium hat im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB die Beschlagnahmung von Vermögenswerten in Höhe von etwa 540 Mio. Dollar (484 Mio. Euro) in die Wege geleitet. Es reichte dazu am Donnerstag bei einem Bezirksgericht in Los Angeles die nötigen Unterlagen ein.

Picasso-Gemälde von malayischem Finanzier
Dabei geht es auch um ein Picasso-Gemälde, das der Schauspieler Leonardo DiCaprio von einem malaysischen Finanzier erhalten haben soll, und um eine fast 30 Mio. Dollar teure 22-karätige Diamantkette, die für die Ehefrau des malaysischen Ministerpräsidenten Najib Razak gekauft worden sei.

Najib hatte den Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) 2009 zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung aufgelegt. Das Justizministerium mutmaßt, dass hochrangige Fonds-Mitarbeiter und ihre Partner insgesamt mehr als 4,5 Mrd. Dollar aus dem Fonds nahmen. Die Untersuchungen beschäftigen Behörden in mehreren Ländern. Ermittler spürten Medienberichten zufolge fast 700 Mio. Dollar in Bankkonten auf, die angeblich in Najibs Namen geführt wurden. Najib hat wiederholt zurückgewiesen, er habe sich aus dem Fonds bedient.

Geschenk für Leonardo DiCaprio
Die US-Behörden haben in Zivilklagen dem malaysischen Finanzier Jho Low vorgeworfen, mehr als 400 Mio. Dollar gewaschen zu haben, die über ein Konto in den USA aus dem Fonds gestohlen worden seien. Low habe in den USA Bekannte mit Luxusgütern und Geld für Glücksspiele überschüttet. 3,2 Mio. Dollar soll er abgezweigt haben, um ein Picasso-Gemälde für DiCaprio zu kaufen. In einer Notiz schrieb ein Freund Lows: "Lieber Leonardo DiCaprio, alle Gute nachträglich zum Geburtstag! Dieses Geschenk ist für Dich". Low wurde in den USA nicht angeklagt, DiCaprio wird kein Verbrechen vorgeworfen.

Ein Sprecher DiCaprios sagte, der Oscar-Preisträger habe kürzlich damit begonnen, das Eigentum an dem Picasso an die US-Regierung zu übertragen. Im Juli 2016 habe er die Rückgabe von Geschenken eingeleitet, die er von Geldgebern erhalten habe, die in Verbindung mit dem 1MDB-Fall gebracht würden. Vorausgegangen seien Vorwürfe gegen Personen, die in die Finanzierung des DiCaprio-Films "The Wolf of Wall Street" verwickelt gewesen seien. DiCaprios Sprecher sagte, der Schauspieler habe die Geschenke angenommen, um bei einer Auktion Mittel für seine Umweltstiftung aufzubringen. 

Oscar von Marlon Brando zurückgegeben
Bereits vergangenes Jahr leitete das US-Justizministerium die Beschlagnahmung der Rechte an "The Wolf of Wall Street" ein. Am Donnerstag beanspruchte es zudem die Rechte an den Hollywood-Filmen "Dumm und Dümmer" und "Daddy"s Home - Ein Vater zu viel". Die drei Filme seien mit Millionenbeträgen finanziert worden, die Low von 1MDB gestohlen habe. Hinter den Streifen steht die Produktionsfirma Red Granite, die von Najibs Stiefsohn Riza Aziz gegründet wurde. Red Granite teilte mit, es führe Gespräche mit dem Justizministerium, um die Fälle zu lösen.

Das US-Justizministerium wirft Low auch vor, 9,2 Mio. Dollar aus 1MDB-Anleiheverkäufen abgezweigt zu haben, um eine Collage des Künstlers Jean-Michel Basquiat zu kaufen. Diese sei ebenfalls an DiCaprio gegangen. DiCaprios Sprecher sagte zudem, er habe einen Oscar zurückgegeben, mit der einst der Schauspieler Marlon Brando geehrt worden sei. DiCaprio habe die Trophäe von Red Granite "als Dank für seine Arbeit in 'The Wolf of Wall Street" erhalten".

Lows Aufenthaltsort ist unbekannt. Für eine Stellungnahme konnte er nicht erreicht werden. Über einen Vertreter ließ er via E-Mail erklären, der Fall sei zutiefst fehlerhaft. Das Vorgehen des Justizministeriums bezeichnete er als übergriffig. 

1MDB teilte am Freitag mit, in den jüngsten Unterlagen des US-Justizministeriums nicht als Rechtspartei aufzutauchen und niemals im Zusammenhang mit dem Fall kontaktiert worden zu sein. 

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(Bild: kmm)



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