Fr, 15. Dezember 2017

Gesetz kritisiert

16.06.2017 10:38

Wirbel um Elend in steirischen Schweineställen

Sieben Tage - sieben Ställe: Eine Woche lang hat der VGT, Verein gegen Tierfabriken, Bilder aus steirischen Schweineställen veröffentlicht. Bilder, die man nur sehr schwer verkraften kann, die hoffnungslos auf kaum Platz dahinvegetierende Schweine zeigen. Das Tierschutzgesetz, so die Tierschützer, sei hier eine Katastrophe.

Die Bilder, die dem VGT zugespielt wurden, sind erbärmlich und beschämen die humane Gesellschaft. Die Schweine leben. Aber wie. Sämtlicher Bedürfnisse beraubt. Engst zusammengepfercht. Auf Spaltböden ohne Einstreu, oft mit Verletzungen übersät. Nicht mehr gesehen als Lebewesen…

Gesetzesänderung gefordert
"Das ist eine Schande für die Menschheit", sagt VGT-Sprecher David Richter. Der VGT fordert massiv: kritische Information der Konsumenten ("Gütesiegel ist nicht gleich Tierwohl"), der Tierschutzlandesrat möge auf die Regierung einwirken, um Verbesserungen beim Gesetz zu erzielen.

Mit Werner Pail von "Saugut" haben die Tierschützer da mehr Konsens als sie glauben. Pail: "Viele Bauern und ich sind dafür, dass es Maßnahmen gibt. Keine Vollspaltböden mehr, dafür Strohlager, 60 Prozent mehr Platz, so wie es das AMA-Tierwohl-Programm vorschlägt - wir würden das gern umsetzen." Nur: "Der Bauer kann einfach die Kosten nicht allein tragen."

Konsumenten tragen Verantwortung
Nicht der Bauer ist der Verbrecher! Nicht der Tierschützer, der Missstände aufzeigt! Der Staat ist es schließlich, der die Vorgaben macht und ein klares Nein zu unwürdiger Tierhaltung sagen könnte - und endlich auch müsste. Und, das gehört auch einmal deutlich gesagt: Schuld ist jeder Konsument, der Fleisch kauft, Hauptsache billig kauft.…

Christa Blümel, Kronen Zeitung

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