Di, 12. Dezember 2017

Weltpremiere

16.06.2017 10:28

VW Polo VI: Techno-Riese mit Kleinwagen-Etikett

Nach bisher fünf Generationen und 14 Millionen verkauften Exemplaren hat VW in Berlin den brandneuen VW Polo vorgestellt. Generation 6 löst nach acht Jahren Bauzeit den noch immer meistverkauften Kleinwagen Österreichs ab und stattet ihn (teils optional) technisch derart hochwertig aus, wie es sich selbst in höheren Klassen noch nicht überall eingebürgert hat.

Der VW Polo ist der zweite Volkswagen-Konzern-Vertreter, der als Kleinwagen auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) aufbaut. Er musste seinem spanischen Bruder Seat Ibiza den Vortritt lassen, der bei ersten Testfahrten die Latte ziemlich hochlegte. Hinsichtlich Fahreigenschaften, aber auch in Sachen Platzangebot.

Design: Frisch und unrevolutionär
Im Format sieht man dem Wolfsburger seinen hermano (heißt Bruder auf Spanisch) an, beim Design wagt sich der Polo naturgemäß nicht so weit vor. Er ist eher konservativ gestaltet, ist aber sicher der frischeste Polo seit Langem. So scharfe Linien gab es hier bisher nicht. Jugendliche und junggebliebene Käufer, die sich vielleicht eine Spur mehr Esprit wünschen würden, versucht man mit einer "Beats"-Version zu erreichen, die mit besonders hoher Leistung punktet - aber nicht im Motor, sondern in der Soundanlage: 300 Watt sorgen für klare Verhältnisse vor dem Ampelstart.

Mächtig gewachsen - innen noch mehr als außen
Bewegt werden konnte der große Kleine keinen Meter, aber immerhin beeindruckte er in seiner vollen Größe von immerhin 4,05 Meter in der Länge und 1,75 Meter in der Breite. Damit wächst er hinten raus um über acht Zentimeter und erreicht fast das Format des VW Golf der dritten Generation - innen übertrifft er aber sogar den VW Golf IV, der noch bis 2003 der Maßstab eine Klasse höher war. Der neue Polo nutzt den vorhandenen Raum also auch immer besser aus.

Beim Einsteigen wähne ich mich folglich erst einmal in einem Kompakt- statt einem Kleinwagen, auch wegen des frischen optischen Eindrucks, den der Wolfsburger macht, aber vor allem weil es so luftig zugeht. Mit knapp 1,90 Meter Körpergröße sitze ich vorne so entspannt wie hinten, selbst quasi "hinter mir". Hier wirkt sich auch der auf 2,56 Meter gewachsene Radstand aus.

In den Kofferraum passen nun 351 Liter und damit 25 Prozent (oder ein ganzer Koffer) mehr.

Technisch noch viel größer
Bei Sicherheit und Navitainment schöpft der "Polide" aus dem Vollen. Je nach Ausstattungslinie oder Haken auf der Extra-Liste ist fast alles zu haben, was im Konzern gut und teuer ist - und mehr: Der Polo bekommt als erstes Konzernmodell die neueste Generation des Active Info Displays, also des digitalen Cockpits, das erstmals im Audi TT eingesetzt wurde. In der Mittelkonsole sitzt ein bis zu acht Zoll großer Bildschirm, Serie sind 6,5 Zoll. Konnektivität in alle Richtungen und kabelloses Handyladen gibt es (nicht serienmäßig) natürlich auch. Erstmals wird im Polo ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem angeboten.

Bei den Komfort- und Sicherheitsfeatures reicht die Liste vom Abstandstempomat mit Stop-and-Go über autonome Parkfunktionen und Totwinkelerkennung (auch beim Ausparken) bis zur "Rangierbremsfunktion", die kleine, teure Parkrempler verhindern soll. Die City-Notbremse mit Fußgängererkennung ist serienmäßig, ebenso ein Speed Limiter.

Motoren von Erdgas bis Vollgas (GTI)
Das Motorenangebot umfasst neun Triebwerke, darunter einen neuen Turbo-Erdgasmotor 1.0 TGI mit 90 PS. Ansonsten: zwei 1,6-Liter-Diesel mit 80 oder 95 PS (beide mit SCR-Kat, also Harnstoff-Abgasreinigung) sowie vier Benziner, vom 65-PS-Dreizylinder bis zum 150 PS starken 1.5 TSI Evo mit Zylinderabschaltung. Auch ein GTI mit 200 PS wird kommen. Alle Motoren ab 95 PS können mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe bestellt werden.

Zur Markteinführung Ende Oktober 2017 reicht die Palette erst einmal von 65 bis 95 PS; er Rest folgt bereits im November. Bestellbeginn ist Ende Juli. Preise für Österreich stehen noch nicht fest, der Einstiegspreis soll aber unter 14.000 Euro liegen. Das heißt: VW dürfte sich in Zurückhaltung üben. Der Vorgänger startete bei 13.460 Euro, 60 statt 65 PS und deutlich schlechterer Ausstattung.

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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