Mo, 18. Dezember 2017

Vertuschung vermutet

15.06.2017 08:42

Nordkorea: Warmbier litt an Lebensmittelvergiftung

Die Causa rund um Otto Warmbier, der am Dienstag überraschend aus der Haft in Nordkorea entlassen wurde, wird immer mysteriöser: Wie die "Washington Post" berichtet, dürfte der US-Student sich eine Lebensmittelvergiftung zugezogen haben, ehe er ein Schlafmittel bekam und anschließend ins Koma fiel. Warmbier ist mittlerweile per Krankentransport wieder zuhause angekommen.

Durch die Freilassung ist Warmbier zwar 15 Jahre Haft im nordkoreanischen Straflager entgangen, der US-Student wäre aufgrund seines gesundheitlichen Zustands ohnehin nicht für den harten Arbeitsalltag in einem der für ihre unmenschlichen Bedingungen berüchtigten Camps gerüstet gewesen.

"Hier wird etwas vertuscht"
UN-Botschafter Bill Richardson, der sich in der Vergangenheit dafür einsetzte, dass Nordkorea Häftlinge aus dem Ausland freilässt, kann die Version der Lebensmittelvergiftung nicht so recht glauben: "Ich glaube, in Zusammenhang mit Ottos Zustand wird etwas vertuscht", mutmaßte er laut "Washington Post". Richardson wirft die Frage auf, warum Nordkorea nicht schon früher über den medizinischen Zustand den Inhaftierten informiert hatte. "Die Ausrede mit der Lebensmittelvergiftung und der Schlaftablette, die das Koma verursacht haben soll, ist nicht nur unglaubwürdig, sondern höchst fragwürdig", so Richardson.

Die Eltern, Fred and Cindy Warmbier, haben angekündigt, am Donnerstag in seiner damaligen High School vor die Öffentlichkeit treten zu wollen.

Arbeitslager wegen Diebstahls eines Posters
Warmbier war wegen Diebstahls eines politischen Banners von einer Hotelfassade zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe mit Zwangsarbeit verurteilt worden. Er wurde im Jänner 2016 am Flughafen festgenommen, als er zusammen mit seiner Tourgruppe das Land verlassen wollte. Während einer Pressekonferenz vor seinem Prozess sagte der schluchzende junge Mann damals, dass er mit dem Diebstahl des Banners den schlimmsten Fehler seines Lebens begangen habe.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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