Di, 17. Oktober 2017

Auf Wahlkampftour

14.06.2017 14:21

Kurz will Pflegeregress reformieren

Der designierte ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat am Mittwoch seine Wahlkampftour fortgesetzt und für seine "Österreich-Gespräche" ein Pflege-Tageszentrum des Hilfswerks in Wien besucht. Kurz plädierte dort für eine Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger. Für eine Reform des Pflegeregresses der Bundesländer kündigte Kurz eine Initiative im Herbst an: "Dazu wird's einen Vorschlag in unserem Programm geben."

Begleitet wurde Kurz vom EU-Abgeordneten Othmar Karas, dem Präsidenten des ÖVP-nahen Hilfswerks. Nach einem Gespräch mit Praktikern des Pflegewesens gab es für den ÖVP-Chef eine kurze Führung durch das Haus, in dem Pflegebedürftige tagsüber mit Gedächtnistraining, Spielen und Gesprächsgruppen betreut werden - für die Klienten offenbar eine willkommene Abwechslung, denn, wie eine ältere Dame meinte: "Es sind ja immer die gleichen Gesichter."

Zufrieden mit der Betreuung waren die vom VP-Chef Befragten dann aber durchaus und beklagten allenfalls, dass das Tageszentrum nicht auch wochenends und feiertags geöffnet ist. "Ich wollte immer meine Oma überreden, aber die war so stur, die wollte immer zu Hause bleiben", erzählte Kurz.

Im anschließenden Pressegespräch plädierte Kurz für eine Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger. Nur 16 Prozent der Pflegebedürftigen würden in stationären Heimen betreut und bei der Verfügbarkeit mobiler Dienste gebe es starke Unterschiede zwischen Stadt und Land. Noch keine Details wollte Kurz auf Nachfrage bezüglich der Abschaffung des Pflegeregresses nennen, mit dem die Bundesländer auf das Vermögen der Heimbewohner zugreifen. Er kündigte diesbezüglich einen Vorschlag in seinem Wahlprogramm im Herbst an.

Klar machte Kurz allerdings, dass ihm das zersplitterte Pflegewesen auch in anderen Bereichen zu kompliziert ist. So hatte zuvor Hilfswerk-Pflegeexpertin Monika Gugerell beklagt, dass etwa für ein und dieselbe Krankheit unterschiedliche Medikamente bestellt werden müssen - je nach Krankenkasse des Patienten. "Der pflegebedürftige Mensch in Vorarlberg unterscheidet sich nicht vom Burgenländer", kritisierte Gugerell unterschiedliche bürokratische Vorgaben in den Ländern.

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