Mo, 11. Dezember 2017

Kalenderwoche 24

14.06.2017 11:11

Sie stellen Fragen - Experten antworten

Unsere Leser haben jede Woche die Möglichkeit, sich mit medizinischen Fragen per E-Mail an die Gesundheitsredaktion der "Krone" zu wenden. Wir leiten die Anfragen an kompetente Fachleute aus allen Heilberufen zur Beantwortung weiter.

"Geheimratsecken"
Johann T. (28): "Ich habe bereits ausgeprägte Geheimratsecken und leide sehr darunter. Daher habe ich mich zu einer Eigenhaar-Transplantation entschlossen. Angeblich gibt es da eine besonders bewährte Methode. Ich bitte um nähere Informationen."

Die Haartransplantation ist im Prinzip eine Umverteilung: Am Hinterkopf werden Haarwurzeln entnommen, die genetisch auf lebenslanges Wachstum programmiert sind, um sie an den kahlen Stellen einzusetzen. Dort wachsen die neuen Wurzeln ganz natürlich an. Die angesprochene, besondere Methode heißt FUE ("Follicular Unit Extraction"). Dabei werden Gruppen von bis zu drei Haarwurzeln entnommen. Alternative ist die Entnahme von schmalen Hautstreifen. Viele Patienten entscheiden sich für FUE, weil dann auch bei Kurzhaarschnitt keine Spuren sichtbar sind. Dafür nehmen sie längere Behandlungsdauer und die Rasur des betroffenen Bereiches am Hinterkopf in Kauf.

Zudem werden für FUE technologisch brandneue Geräte verwendet. Für Technik-Interessierte: Spezialisierte Anwender haben ein Instrument im Einsatz, das durch wechselnde Drehbewegung eines speziellen Kopfes eine äußerst schonende Entnahme ermöglicht. Das begünstigt raschere Regeneration und extrem hohe Anwuchsrate, die letztlich für ein dichtes, natürlich aussehendes Haarbild entscheidend ist.

Dr. Markus Horacek
Facharzt für Allgemeinchirurgie, Moser Medical Wien.
Informationen: 01/879 6000. E-Mail: wien@moser-medical.com

Röntgenbefund: Was heißt was?
Elfriede P.: "Ich habe kürzlich ein Lungenröntgen machen lassen und bitte, mir die Begriffe ,Herzschatten‘ und ,Hilus‘ zu erklären. Und was versteht man unter ,Minderbelüftung des Mittellappens‘? Den Befund lege ich bei."

Als Arzt und Radiologe muss ich oft schmunzeln, wenn ich Anfragen zu verwirrenden Begriffen in Befunden bekomme. Ich habe mich schon als junger Student immer darüber geärgert, dass die Mediziner keine verständlichen Beschreibungen von Organen und Krankheitsbildern verwenden. Ich kann also gut verstehen, dass die Leserin ihren Befund näher erklärt haben möchte

Herzschatten: Das ist jener helle Bereich im Röntgenbild, der etwa in der Mitte des Brustkorbes liegt und durch das Herz sowie die einmündenden Blutgefäße hervorgerufen wird. Der Arzt beurteilt die Größe des Herzschattens und zieht daraus Rückschlüsse auf verschiedene Erkrankungen. Der mir vorliegende Befund ist allerdings normal.

Hilus: Das ist jener Schatten, der vor allem durch jene Blutgefäße entsteht, welche die Lunge versorgen. Im konkreten Fall finden sich dort  auch kleine Lymphknoten, die im normalen Röntgen nicht sichtbar sind. Es kann demnach nicht ausgeschlossen werden, dass dort eine Erkrankung vorliegt. Da ein Lungenröntgen nur eine grobe Orientierungshilfe für den Arzt darstellt, werden hier wohl weiterführende Untersuchungen veranlasst, wie etwa eine Computertomographie (CT). Damit lässt sich Klarheit schaffen.

Mittellappen: Die Lunge besteht aus mehreren Lappen. Rechts vorne befindet sich der Mittellappen. Normalerweise sind die Lungen mit Luft gefüllt - der Lungenschatten erscheint am Röntgen grau bis schwarz. Im mir übermittelten Befund ist der Mittellappen aber kleiner und eher weiß. Er ist also weniger mit Luft gefüllt.

Zusammengefasst kann man sagen, dass das Herz hier nicht auffällig erscheint, dass aber eine nähere Abklärung der Lunge zu empfehlen ist.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Schwaighofer
Facharzt für Röntgenologie, Diagnosehaus 18
Informationen: office18@diagnosehaus.at, 01/402 80 62

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