Do, 14. Dezember 2017

Um 500 € pro Stück

14.06.2017 06:49

Falsche Deutsch-Zeugnisse an Asylwerber verkauft

"Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten", lautet das 8. Gebot - in der Kurzform: "Du sollst nicht lügen." Und hätten sich der Anwalt und seine Lebensgefährtin vor allem an das "nicht falsche Zeugnis" erinnert, wäre ihnen dieser Prozess in Wien erspart geblieben. Denn sie verkauften falsche Deutsch-Zeugnisse an 52 Asylwerber.

Aber es sitzt nur sie vor dem Richter, Anwalt Andreas Reichenbach an ihrer Seite. Er, der deutsche Anwalt, der auf der Wiener Mariahilfer Straße eine Kanzlei eingerichtet hatte - Schwerpunkt Asylverfahren -, ist gesperrt und für die heimische Justiz derzeit nicht greifbar.

"Psychische Probleme. Geld verspielt."
So also musste sie erklären, warum sie 52 Asylwerbern Deutsch-Zeugnisse um rund 500 Euro das Stück verkaufte. Die sind übrigens seit der Verschärfung der Gesetze unabdingbar für die Erteilung des Bleiberechts. Sie tat es dann - einsilbig: "Psychische Probleme, Geld verspielt." Das war's dann aber auch schon wieder.

Dass es nun einen Wust an weiteren Strafverfahren geben wird - jeder Asylwerber bekommt eines wegen Vorlage einer gefälschten Urkunde - ist der Frau ziemlich wurscht. Die 28 Monate Gefängnis weniger ...

Gabriela Gödel, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden