Mo, 11. Dezember 2017

Kleinod unter Beton

13.06.2017 20:56

Fünf Jahre Bau: Und so schaut Gestüthalle aus

Wie geht eine Stadt mit ihren Klein-Denkmälern um? Diese grundsätzliche Frage stellt sich vielen Menschen im Salzburger Nonntal. Da verwandelte sich unter den Augen des Denkmalamtes eine historische Gestüthalle zu einem Beton-Monster. Das Ganze dauert schon fünf Jahre und derzeit scheint der Weiterbau zu stehen.

Auch der Bund spekuliert mit seinem Eigentum: Beispiele lassen sich in Salzburg genügend finden. Es vergingen Jahrzehnte, ehe die wertvollen Bauflächen in der früheren Struberkaserne und auf dem Areal der Riedenburgkaserne für den Wohnbau verkauft wurden. Die Grundstückspreise vervielfachten sich, der Staat nahm mehr ein, die Wohnungen wurden im Gegenzug teurer. Ein Kreislauf . . . So machte es die Republik mit dem Gelände von der Nonntaler Hauptstraße 60 bis hin zur Fürstenallee. Jahrelang parkten dort Wohnwagen und Oldtimer, dann entschied man sich für die Bebauung.

Entlang der Fürstenallee entstand ein viergeschossiger Riegelbau mit Wohnungen, dieser Abschnitt dürfte noch heuer fertig werden. An der Nonntaler Straße fällten die Ämter eine andere Entscheidung: Stadtrat Johann Padutsch: "Es ist der Versuch einer Sanierung mit einem modernen Aufbau. Das Projekt ist so von der Behörde genehmigt." Dipl. Ing. Eva Hody vom Bundesdenkmalamt in Salzburg: "Der Fall hat eine Komplexität. Die Säulenhalle ist nur noch das Fragment einer ursprünglichen Anlage. Deshalb haben wir zugestimmt."

Ausgebautes Gerüst wieder entfernt
Wie die "ehemalige Gestüthalle der Festung Salzburg," vermutlich aus dem 15. Jahrhundert, jetzt aussieht, können die Leser der "Krone" im Bild sehen. Das fünfte Jahr der Baustelle hat begonnen. In den "Salzburger Nachrichten" vom 27. 2. 2016 hatte Dr. Eva Hody den in die Höhe gewachsenen Bau noch kritisch kommentiert: "Ich bin . . . unglücklich. Wo das angefangen hat und wo wir jetzt stehen, ist aus Sicht der Denkmalpflege eine Katastrophe!" Wann der Bau im Nonntal fertig wird, ist unklar. Im Frühjahr 2017 wurde ein bereits aufgebautes Gerüst wieder entfernt.

Hans Peter Hasenöhrl, Kronen Zeitung

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