Do, 14. Dezember 2017

Schützt vor Krebs

13.06.2017 14:14

Molekulares "Pflaster" für DNA-Schäden entdeckt

Schweizer Forscher haben ein Protein unter die Lupe genommen, das eine wichtige Rolle bei der Reparatur von DNA-Schäden spielt. Dabei wirkt es offenbar wie ein schützendes "Pflaster", wie die Wissenschaftler berichten. Ohne erfolgreiche Reparatur von Schäden am Erbgut kann es schlimmstenfalls zu Krebs kommen.

Das Erbgutmolekül DNA ist ständig schädigenden Einflüssen ausgesetzt, von UV-Strahlen bis hin zu zelleigenen Stoffwechselprodukten. Deshalb besitzen Zellen ein ganzes Arsenal an Werkzeugen, um DNA-Schäden zu entdecken und zu reparieren. Gelingt dies nicht, können Zellen schlimmstenfalls zu Tumorzellen werden.

Protein wirkt wie ein "Pflaster"
Zu diesem Arsenal gehört auch ein Protein namens Rif1, das in allen Lebewesen vorkommt, deren Zellen einen Kern besitzen, das heißt von der Hefe bis zum Menschen. Forscher der Universität Genf und des Friedrich Miescher Instituts (FMI) in Basel haben entdeckt, welch wichtige Aufgabe Rif1 erfüllt: Es wirkt quasi wie ein "Pflaster", das geschädigte Stellen im Erbgut schützt, wie die Wissenschaftler mitteilen.

Ein Team um Nicolas Thomä und Ulrich Rass vom FMI sowie um David Shore von der Universität Genf hat die räumliche Struktur einer Region von Rif1 aufgeklärt, die von der Hefe bis zum Menschen gleich aussieht - eine Tatsache, die für ihre essenzielle Rolle spricht. Anhand der Struktur wurde ihre Funktion klar: Sie bindet an die DNA-Schäden und lockt weitere Rif1-Moleküle an. Gemeinsam bilden sie das "Pflaster".

Lässt Reparatur-Enzyme an Schäden ran
Dieses sorgt dafür, dass offene Enden der geschädigten DNA nicht abgebaut werden, was zu "Datenverlust" an Erbinformation führen und die Reparatur erschweren würde. Reparatur-Enzyme hingegen lässt Rif1 an geschädigte Stelle heran, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Structural and Molecular Biology".

Die Studie liefere neue Erkenntnisse dazu, wie Zellen die Ansammlung von DNA-Schäden verhindern, die ansonsten zu Zellalterung, Zelltod oder Tumorbildung führen würde, schrieben die Wissenschaftler.

 krone.at
Redaktion
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