Do, 14. Dezember 2017

Eine Tote auf Lesbos

12.06.2017 22:38

Schweres Seebeben erschüttert Ägäis-Region

Ein starkes Seebeben hat am Montagnachmittag die Westküste der Türkei und die griechischen Inseln in der Ägäis erschüttert. Auf Lesbos gab es ein Todesopfer und mehrere Verletzte. Nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien hatte das Beben eine Stärke von 6,0, das Zentrum lag zwischen Lesbos und der türkischen Küstenmetropole Izmir. Es entstanden erhebliche Sachschäden.

Die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad gab die Stärke mit 6,2 an. Nach Angaben des Erdbeben-Monitors des Helmholtz-Zentrums im deutschen Potsdam hatte das Beben eine Stärke von 6,4.

Das Zentrum des Erdbebens lag demnach in einer Tiefe von zehn Kilometern in der Ägäis nordwestlich der Millionenmetropole Izmir. Die Erdstöße waren noch in der rund 330 Kilometer entfernt gelegenen türkischen Millionenmetropole Istanbul und in der etwa 300 Kilometer entfernten griechischen Hauptstadt Athen zu spüren.

Kleiner Tsunami richtete keine Schäden an
Es kam zu einem kleinen Tsunami, der aber keine Schäden anrichtete, berichtete der Chef des griechischen Geodynamischen Instituts, Efthymios Lekkas, im Staatsradio.

Vrises auf Lesbos am schlimmsten betroffen
Am schlimmsten wurde nach Angaben des Bürgermeisters der Inselhauptstadt von Lesbos, Spyros Galinos, die Ortschaft Vrises getroffen. "Mehrere Häuser in Vrises sind schwer beschädigt oder eingestürzt", sagte er im Rundfunk. Zahlreiche Straßen auf der griechischen Insel seien nach Erdrutschen unpassierbar, teilte der griechische Verkehrsminister Christos Spirtzis mit.

Frau nur noch tot aus Trümmern ihres Hauses geborgen
Eine Frau kam bei dem Beben ums Leben. Die Feuerwehr konnte sie nur noch tot aus den Trümmern ihres Hauses bergen. Der Rettungsdienst der Insel teilte mit, zwölf weitere Menschen seien leicht verletzt worden. Zudem habe das Beben teils erhebliche Schäden auf der beliebten Ferieninsel angerichtet.

In der Region der Ortschaft Plomari im Süden der Insel wurde nach Angaben von Vizebürgermeister Manolis Armenakas der Glockenturm einer Kirche schwer beschädigt. Mehrere Häuser wiesen Risse auf.

Zudem gab es Erdrutsche, die zum Teil Straßen versperrten, wie der Lokalpolitiker weiter mitteilte. "Die Menschen sind fast alle auf die Straße gerannt", berichteten Augenzeugen aus Lesbos im Fernsehen.

Amateurvideo zeigt Bebenschäden in Griechenland:

Ein Reporter der Nachrichtenagentur DHA in Izmir berichtete, Menschen seien in Panik auf die Straße gerannt, manche seien in Tränen ausgebrochen. Izmirs Bezirksbürgermeister Muhammet Özyüksel sagte dem Nachrichtensender CNN Türk, das Beben habe etwa 15 bis 20 Sekunden gedauert und sei sehr stark gewesen.

Bürgermeister von Izmir: "So einen Stoß noch nie erlebt"
"So einen Stoß habe ich noch nie erlebt. Ich habe gedacht, das Gebäude stürzt ein, aber es gibt keine Opfer oder Schäden", so Özyüksel. CNN Türk berichtete zudem, in der westlich von Izmir gelegenen Stadt Karaburun sei nach dem ersten Beben ein Nachbeben mit einer Stärke von 4,9 verzeichnet worden.

Der Seismologie Marco Bohnhoff vom Helmholtz-Zentrum in Potsdam sagte, es habe sich um ein sogenanntes Dehnungsbeben gehandelt, bei dem sich die obere Erdplatte in diesem Fall in Richtung Nord-Süd ausgedehnt habe.

Region mit den meisten Beben Europas
Im europäischen Raum treten die meisten Erdbeben in Griechenland, den südlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei auf. Auch Italien und der westliche Balkan sind stark betroffen. Der größte Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte. Dort kann es zu Spannungen kommen, die zu Beben führen.

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