Fr, 15. Dezember 2017

Top-Destination

27.06.2017 10:00

Mauritius, Trauminsel vor der Küste Madagaskars

Der Winter auf Mauritius ist mitunter wärmer als Sommer in Österreich. Die tropische Insel ist auch dann eine Top-Destination, wenn auf der Südhalbkugel die Nebensaison anbricht.

Man muss sie schon genau suchen, die kleinen, subtilen Signale, die anzeigen: Jetzt ist Winter auf Mauritius, der Trauminsel vor der Ostküste Madagaskars. Die Fischer hüllen sich trotz strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 25 Grad plötzlich in Jacken. Ins Wasser gehen die Einheimischen schon längst nicht mehr, es hat schließlich nur noch 24 Grad. Und auch in den Hotels wird es langsam ruhiger. Genügend Liegen für alle, keine Wartezeit an der Bar, das Personal ist entspannt.

Die Schätze der Insel entdecken
Für Besucher keine schlechte Zeit, einen Abstecher auf die Insel zu machen. Denn neben dem erwartbaren Traumstrand-Erlebnis auf Mauritius lassen sich bei bestem Wetter auch die zahlreichen Schätze der Insel entdecken, die im Landesinneren warten: Abenteuer zu Lande, zu Wasser und in der Luft, eine spektakuläre Pflanzen- und Tierwelt - sowie die spannende Geschichte des Eilandes, das einmal einer der größten Zuckerrohr-Produzenten der Welt war.

Am Le Morne
Und so ist es auch die Geschichte der Insel, die einen auf den knapp 500 Meter hohen Le Morne im Süden der Insel führt. Guide Matthew lässt die Kleingruppen über einen anspruchsvollen Hang aufsteigen, teilweise geht es auf Händen und Füßen voran, bis knapp unter den Gipfel des Weltkulturerbes. Tipp: Genügend Wasser und festes Schuhwerk mitnehmen.

Ein atemberaubender Rundblick ist die Belohnung für den schweißtreibenden Aufstieg, das türkisfarbene Wasser schimmert einen halben Kilometer tiefer in den Lagunen. Hier trifft man bereits auf die bewegte Vergangenheit von Mauritius: "Zahlreiche Sklaven haben sich hier in den Hängen nach ihrer Flucht versteckt und teils jahrelang ausgeharrt", erklärt Matthew. Ihre Nachfahren bevölkern heute - gemeinsam mit Europäern, Indern und Asiaten - die Insel. Dass es dabei trotz unterschiedlichster Kulturen und Religionen auf kleinem Raum friedlich zugeht, erklärt Gastgeber Frederick Chelin bei einem Ti Punch, einem köstlichen Rum-Limetten-Zucker-Gemisch: "Alle unsere Vorfahren sind vor ein paar Generationen hierhergekommen. Niemand stammt wirklich von dieser Insel ab. Man respektiert sich."

Rasant übers Meer
Abkühlung nach der rund dreistündigen Tour wartet im Indischen Ozean. Auf kleinen, wendigen und höllisch schnellen Sea Karts geht es zu zweit in Black River zu einer rasanten Rundfahrt durch die Lagune. Mit bis zu 65 km/h rasen die kleinen, selber gesteuerten Boote, die kaum größer sind als ein Jet-Ski und ganz ähnlich funktionieren, über das spiegelglatte Meer. Hier bleibt kein Auge trocken: Wer die Kurve zu eng nimmt, lässt womöglich seinen Beifahrer ungeplant aussteigen. Dass dabei immer wieder Delfine auftauchen, deren graue Rückenbögen die Oberfläche durchbrechen, macht die actionreiche Tour zum Naturerlebnis. Natürlich gilt: Abstand halten, die sensiblen Meeressäuger dürfen nicht gestört werden.

Auf der "Hirschinsel"
Deutlich gemütlicher geht es an Bord eines Katamarans zu, mit dem es während eines Tagesausfluges über verschiedene Stationen zur Île aux Cerfs, der "Hirschinsel", geht. Glasklares, türkisblaues Wasser und weiße Sandstrände erwarten einen hier, eine kleine Bar versorgt die Ausflügler mit kühlen Getränken. Einzig die Schnorchelplätze sind etwas trostlos, dafür entschädigt der selbstgefangene und an Bord gegrillte köstliche Fisch und der Rum.

Wieder festen Boden unter den Füßen, lohnt sich ein spontaner Ausflug in Pamplemousses Botanischen Garten. Er ist der älteste Botanische Garten auf der Südhalbkugel. Hier in diesem feuchten, sonnigen Subtropenklima wächst annähernd alles, was gepflanzt wird. Besonders bekannt allerdings ist der Park für seine Riesen-Seerosen, die über einen Meter Durchmesser bekommen und mehrere Kilo Gewicht tragen können. Im Schatten der gewaltigen Palmen geht es durch die Parkanlage, über der noch das koloniale Flair des 19. Jahrhunderts hängt.

Zurück in einem der fantastischen Sterne-Hotels der Insel werden am Abend die Kräfte wieder hergestellt. Bei bestem Seafood und internationaler Spitzenküche lauscht man im Kerzenschein der Brandung der Wellen. Vom nächtlichen Strand trägt die Meeresbrise das Lachen der Kinder über den Sand, die mit Taschenlampen kleine Strandkrebse jagen. Und sich auf den nächsten Tag im Paradies freuen.

Paul Tikal, Kronen Zeitung

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