Di, 12. Dezember 2017

"Rigoletto"

21.06.2017 10:28

Zu Gast bei Verdi in Busseto und Mantua

Vor der Premiere von "Rigoletto" gingen die Freunde der Opernfestspiele St. Margarethen auf Spurensuche in Busseto und Mantua.

Es ist eine unscheinbare, kleine Kirche, in der er zum ersten Mal das Wunder der Musik hörte. Giuseppe Verdi, dieses Genie, das uns so große Melodien bescherte, bekam die Musik nicht in die Wiege gelegt. In dem Dörfchen Le Roncole wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Geburtshaus steht noch hier - früher war es ein Bauernhof mit angeschlossener Gastwirtschaft, heute ist es ein kleines Museum - und immer noch das Herzstück des winzigen Orts. "Seine Familie war nicht musikalisch, aber sein Vater konnte immerhin schreiben, das waren schon ganz gute Voraussetzungen für ihn", erklärt unsere Reiseführerin Catarina beim Streifzug durch das alte Haus. Vielleicht lauschte der kleine Giuseppe in der Wirtsstube schon den Musikanten, die hier an den Wochenenden für Stimmung sorgten.

Der göttliche Funke in Verdi
Aber viel lieber erzählen die Bewohner von Le Roncole, dass erst der Klang der Orgel in der gegenüberliegenden Kirche den göttlichen Funken in Verdi weckte. Hier wurde er getauft - und hier trat er auch zum ersten Mal auf. Gegen ein kleines Taschengeld oder Naturalien spielte er als Kind auf der Orgel.

Seine Musik machte ihn unermesslich reich, Verdis Opern wurden in Paris, Mailand, London oder St. Petersburg uraufgeführt. Der Komponist wurde überall frenetisch gefeiert - und doch blieb er seiner Heimat treu, tief verwurzelt in der friedlichen Landschaft der italienischen Poebene. Wer auf den Spuren des Komponisten wandeln möchte, findet ihn hier an jeder Ecke.

So auch die Freunde der "Oper im Steinbruch St. Margarethen", die vor der Premiere von "Rigoletto" am 12. Juli gemeinsam mit Regisseur Philippe Arlaud und der jungen Sopranistin Eva Bodorová Verdi ein Stück näher kommen wollten. Nicht weit entfernt von Le Roncole, in Sant‘Agata, machten sie in der Villa Verdi, seinem Zuhause für ein halbes Jahrhundert, Station. Hier empfing er Gäste aus ganz Europa und komponierte unermüdlich. Noch heute leben Verdis Nachfahren in der opulenten Villa, die von einem traumhaft schönen Park umgeben ist. Doch ein Teil der mit Andenken, Instrumenten und originalen Möbelstücken gefüllten Gemächer des Komponisten ist für Besucher öffentlich zugänglich.

Im Teatro Verdi
Beide Ortschaften sind mittlerweile eingegliedert in die Kleinstadt Busseto, in der Verdi als junger Mann als Organist arbeitete. Im zauberhaften Teatro Verdi finden noch heute Festspiele zu Ehren des prominenten Namensgebers statt - er selbst war nie hier, doch die Opernfreunde bekommen von Bodorová eine kleine musikalische Kostprobe für die nächste Station ihrer Spurensuche.

Mantua
In Mantua erwacht die Kulisse zum Leben, die Verdi für eine seiner berühmtesten Opern wählte: "Rigoletto". Den buckligen Hofnarren hat es zwar nie wirklich gegeben, dennoch ist ihm ein kleines Haus gleich gegenüber dem mächtigen Palazzo Ducale gewidmet. Die Gonzagas, die im Prunk lebenden Herzöge von Mantua, waren die perfekte Vorlage für Verdi, Victor Hugos Stück "Le roi s’amuse"  hierher zu verlegen. Auch im sommerlichen Palazzo del Te mit seinen üppigen Fresken ist der Glanz ihrer Zeit zu spüren.

Hier endet unser "Besuch" bei Verdi - doch schon im Juli ist er ja dann zu Gast im Burgenland.

Franziska Trost, Kronen Zeitung

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