Mo, 18. Dezember 2017

Aluminium in Deos

12.06.2017 17:00

Krebsgefahr aus dem Roll-on

Innsbrucker Wissenschafter haben nun die erste Studie mit Gewebeanalysen von Brustkrebs-Patientinnen veröffentlicht: Vor allem bei jenen Frauen, die Tumoren in Achselnähe hatten, wurde eine erhöhte Anreicherung von Aluminium gefunden. Experten raten, auf Deos mit diesem Inhaltsstoff sicherheitshalber ganz zu verzichten.

Immer mehr Konsumenten sind sehr besorgt, ob die Verwendung von Deodorants mit Aluminiumsalzen ihr Risiko, später an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen könnte. "Wir wollten weitere Erkenntnisse dazu gewinnen und haben 209 Patientinnen mit Brustkrebs und eine gleich große Kontrollgruppe von Frauen in demselben Alter ohne Krebserkrankung befragt", erklärt Prof. Hanno Ulmer, Direktor der Sektion für Medizinische Statistik und Informatik der Medizinischen Universität Innsbruck. "In dieser Studie konnten wir erstmals auch eine größere Serie von Gewebeproben aus der Brust auf ihre Aluminiumkonzentration hin untersuchen", erklärt die Co-Autorin der Studie Gynäkologin Prof. Nicole Concin.

Das Ergebnis gibt allen Grund zur Vorsicht im Umgang mit den sogenannten "Achselkosmetika": Die statistische Auswertung der Daten zeigt, dass vor allem Frauen, die angaben, in jungen Jahren sehr häufig, also mehrmals täglich, Deodorants verwendet zu haben, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko haben. Ein weiteres Hauptergebnis dieser Studie ist, dass Frauen mit Mamma-Karzinom eine höhere Aluminiumkonzentration im Brustgewebe aufweisen als nicht krebskranke Frauen der Kontrollgruppe. Dies gilt vor allem dann, wenn sich der Tumor in Achselnähe befindet.

Keine Entwarnung

Ein definitiver Beweis, dass Aluminiumsalze krebsauslösend sind, liegt damit allerdings nicht vor. "Weitere Untersuchungen sind unbedingt erforderlich. Unsere Ergebnisse basieren auf rein statistischen Analysen und es wurde kein ursächlicher Zusammenhang untersucht", sagt die Gynäkologin. Aber: "Wir können keine Entwarnung geben, was die Verwendung von Deodorants mit Aluminiumsalzen angeht", so Prof. Ulmer. Bis zur vollständigen Klärung der Bedeutung dieses Inhaltsstoffes als potenziell krebsauslösende Substanz empfehlen die Studienautoren, insbesondere im jungen Lebensalter auf einen übermäßigen Gebrauch zu verzichten.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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