Di, 12. Dezember 2017

Zwei Jahre danach

10.06.2017 20:04

Drama um Vanessa: Aserbaidschan zahlt weiter nicht

Die Beine waren ihr Kapital. Spektakulär streckte Vanessa Sahinovic sie voll Grazie aus dem Wasser. Bis vor genau zwei Jahren die Reise zu den European Games in Baku vom Traum zum Albtraum wurde. Als ein offizieller Shuttlebus die junge Synchronschwimmerin im Athletendorf am Gehsteig überrollte. Seither ist die 17-Jährige querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt.

731 Tage nach der Tragödie gab es seitens des Austragungslandes Aserbaidschan bis auf 5000 Euro in bar keine Entschädigungszahlung. Dabei wurden etliche Zusagen gemacht: Am Tag nach dem Unfall, bei der offiziellen Eröffnungsfeier, kündigte die Präsidentengattin und jetzige Vizepräsidentin Mehriban Aliyeva eine großzügige Kompensation an.

Drei bis fünf Millionen Euro standen im Raum. In Verhandlungen mit der Aserbaidschanischen Botschaft in Wien verständigte man sich schließlich auf einen einmaligen Betrag von 1,8 Millionen Euro.

Für die Familie, die in Wiener Neudorf in einer Wohnung im zweiten Stock ohne Lift wohnte, und Vanessa, die täglich teure Therapien benötigt, eine gewisse Erleichterung. Doch leider lief etwas gewaltig schief: Abseits der Leistung der ÖOC-Versicherung floss bis dato kein Geld.

Ein Griff zum Hörer auf höchster politischer Ebene ist längst überfällig. Ein Fall für Außenminister Sebastian Kurz! Die Sportlerin darf nicht länger im Stich gelassen werden.

Anja Richter, Kronen Zeitung

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