Do, 23. November 2017

Menschen in Salzburg

10.06.2017 14:10

Weil Wandern stärkt

Zu Fuß legt er tausende Kilometer zurück: "Ein Rezept gegen den Stress", sagt der Walser Bauunternehmer Christian Neff.

Es kann ganz schön hart sein. Wenn die Füße schmerzen, sich Muskeln verkrampfen, Wasserreserven weniger werden

Doch auf seinen Weitwander-Routen hält den Walser Bauunternehmer nichts mehr auf. "Nur wo du zu Fuß warst, bist zu auch richtig gewesen", sagt er über seine Leidenschaft. Ein bis zweimal im Jahr, wenn die Baustellen großteils ruhen, macht er sich auf den Weg. "Ich verarbeite dann vieles", erzählt er, dass es auch eine Reise zu sich selbst ist. Auch der weiße Bart verleiht ihm ein wenig Aussteiger-Image.

Seine Mutter "infizierte" ihn ursprünglich mit der Faszination: "Sie war dreimal am Jakobsweg", erzählt Neff. Er selbst wollte noch mehr Stille, keine Route, wo Wanderer fast Rucksack an Rucksack dahinmarschieren.

Italien ist seine Lieblingsgegend. Die Via Francigena - ein Pilgerweg von Canterbury nach Rom - hat es ihm besonders angetan. "Komplette Strecken kann ich wegen meines Berufes nicht gehen, aber ich konzentriere mich dann immer auf Teile." Bis zu 50 Kilometer tragen ihn seine Füße pro Tag weiter. "In Italien ist das besonders ungewöhnlich", erzählt er, dass ein kleines Dorf einmal aufgeregt zusammenlief, weil der "per pedes" von Rom herkam.

Er plant mittlerweile zu Hause am PC jede Etappe genau durch. Weitwanderer wie er reisen mit leichtem Gepäck: Wechsel-Shirt, Unterwäsche. "Man kommt mit wenig aus", sagt er. Nur die Kamera muss immer Platz haben. Er will nicht nur Kilometer-Rekorde aufstellen, sondern auch stehenbleiben, beobachten und festhalten

"In der Unterkunft brauche ich zwei Dinge: Eine heiße Dusche und Stille." Die leeren Batterien im Körper sind schnell wieder aufgeladen. Und Christian Neff geht auch gern 24 Stunden lang, ohne Schlaf, nur mit kurzer Rast. Dazu gibt es Bewerbe, wie demnächst im Schwarzwald. Auf eine Zeitnehmung wird verzichtet. Motto: Dabeisein ist alles.

Christian Neff sieht sein Hobby auch als Prävention gegen Burnout: Denn das Baugewerbe fordert. Oft sitzt er auch an den Wochenenden im Büro. Das Unternehmen, das Vater und Sohn gründeten, ist vor allem auf Sanierungen spezialisiert. Konzern-Denken lehnen die Neffs ab: "Wir haben 24 Mitarbeiter und ihre Familien zu ernähren." Die Firma hat sich einen exzellenten Ruf erarbeitet: Auch bei Altstadt-Sanierungen, wenn Christian Neff Alt & Neu verbindet.

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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