Di, 12. Dezember 2017

Private Insolvenzen

09.06.2017 17:44

"Schuldnern drohen hohe Kosten!"

Der erste Blick erscheint erfreulich: Privatinsolvenzen befinden sich in Kärnten auf einem Tiefstand. Im ersten Halbjahr könnte die Zahl der Verfahren um 30 Prozent sinken. Aber der Schein trügt. Hintergrund ist nämlich die Ankündigung der Bundesregierung, dass ab Juli die Mindestquote von zehn Prozent fallen soll. Viele zögern deshalb ihren Konkurs hinaus. Doch Kreditschützer warnen.

Bereits im Vorjahr hat sich die Zahl der Privatinsolvenzen um 11,5 Prozent reduziert - von 608 auf 538 Verfahren. Fürs erste Halbjahr 2017 gehen die Kreditschützer in Kärnten sogar von einem Rückgang von 25 bis 30 Prozent aus.

Denn viele Schuldner spielen heuer auf Zeit. "Das lässt sich damit erklären, dass unsere Regierung ein Gesetz beschließen will, wonach es zur deutlichen Verbesserung für Schuldner kommen soll", erläutert Arno Ruckhofer vom AKV.

Geplant sei unter anderem der Wegfall der Mindestgläubigerquote von zehn Prozent. Stattdessen soll eine "Wohlverhaltensphase" von drei Jahren eingehalten werden. "Das grenzt ja an eine Enteignung der Gläubiger", klagt Ruckhofer, der im zweiten Halbjahr mit einem deutlichen Anstieg bei Verfahren rechnet.

Das lange Zuwarten könnte aber auch negative Folgen für die Schuldner haben. Ruckhofer: "Aufgrund von steigenden Zinsen und sinnlosen Exekutionen erhöhen sich ja die Verbindlichkeiten weiter." Bereits täglich würden Konkursverschleppungen stattfinden - dabei sei gar nicht sicher, ob und wann das Gesetz in Österreich kommt.

Christian Rosenzopf, Kärntner Krone

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