Mi, 13. Dezember 2017

Kein Kratzer

12.06.2017 16:48

Skoda Octavia RS245: Ja, auch stärker, aber ...

Skoda verschärft seine dynamische Speerspitze, den Octavia RS, zum schnellsten Octavia aller Zeiten: RS245 lautet das Kürzel der Sportlichkeit. Was es bedeutet, lässt sich unschwer erraten, doch die 245 PS sind im Vergleich zum bedeutendsten Unterschied schon beinahe zu vernachlässigen.

Dem "normalen" Skoda Octavia RS hat der RS245 nicht nur 15 PS und 20 Nm voraus (insgesamt bietet der Zweiliter-Turbomotor 245 PS bzw. maximal 370 Nm ab 1600/min.), sondern auch und vor allem die elektronisch geregelte Lamellenquersperre an der Vorderachse.

Die macht den schnellen, frontangetriebenen Tschechen derart zum Sportler, dass man das berühmte Vorurteil vom "Frontkratzer" ganz schnell vergisst, weil die Vorderräder schlichtweg nicht kratzen, scharren und zerren, sondern das tun, was sie sollen: antreiben, und zwar vehement. Selbst auf einer Rennstrecke ist da praktisch nichts von untersteuern zu merken, der Octavia pfeffert einfach aus der Kurve raus, dass es eine schiere Freude ist. Dass das ESP nicht abgeschaltet-, sondern nur zweistufig verschärft werden kann, ist bei den Testfahrten im Autodromo Vallelunga in der Nähe von Rom, wo häufig Formel-1-Testfahrten stattfinden, übrigens nicht negativ aufgefallen.

Wie beim normalen Octavia RS ist das Fahrwerk um 15 Millimeter tiefergelegt (12,7 cm Bodenfreiheit), neuerdings ist die hintere Spur um 30 Millimeter breiter, damit der Wagen in Kurven noch satter liegt. Eine echte Empfehlung ist die optionale adaptive Fahrwerksregelung, die einen weiten Bereich zwischen ziemlich komfortabel und sehr hart abdeckt.

Das alles gilt für alle vier Versionen, also egal ob Kombi oder Limousine, egal ob Sechsgang-Handschalter oder Siebengang-Doppelkupplungsautomatik. Die ist übrigens neu und hat deutlich bessere Manieren als das altgediente VW-Konzernaggregat. Alle sprinten in gut sechseinhalb Sekunden auf 100 (Limousine: 6,6 s, Kombi: 6,7 s), alle laufen 250 km/h. Die handgeschaltete Limousine wiegt ohne Fahrer nur 1370 kg, für DSG und Kombiheck muss man 20 bzw. 22 kg dazurechnen. Weil wir gerade dabei sind: Beide Karosserievarianten sind 4,69 m lang, der Radstand beträgt 2,68 m und damit sechs Zentimeter mehr als beim VW Golf GTI, mit dem sich der Skoda die Motoren teilt.

Wenn Papi nicht gerade der Hafer sticht und er ein paar Touristenrunden auf der Nordschleife drehen will, gibt der Skoda Octavia RS245 den braven Familienfreund mit dem großen Kofferraum (590/610 Liter, 1580/1740 Liter, Limousine/Kombi), dem herausragenden Platzangebot, den simply cleveren Details und der Top-Vernetzung.

Dann steht der Fahrmodus auf Komfort, beim Streicheln des Gaspedals macht der Octavia keinen Satz nach vorn und fast die gesamte Assistentenphalanx des Konzerns passt auf die Insassen auf, wenn man es sich leisten kann und will. Sogar der Anhängerrangierassistent ist erhältlich.

In Alcantara-Sportsitzen sitzt man beim Warten auf den Nachwuchs nach dem Fußballtraining ebenso gut wie in grenzwertig durchfahrenen Kurven, die sportliche Optik imponiert Nachbarn wie Klassenkameraden gleichermaßen: LED-Scheinwerfer, schwarzer Kühlergrill, fette 19-Zöller, alles Serie.

Und wenn die Kinder a) schon einen Führerschein haben und b) vertrauenswürdig genug sind, freut man sich über die Memoryfunktion des elektrisch verstellbaren Fahrersitzes für drei Personen.

Fazit:
Ab 36.740 Euro ist der Spaß zu haben. Wer Sport-Rakete und Pampers-Bomber in einem sucht, ist beim Skoda Octavia RS gut bedient - und 3000 Euro Aufpreis machen die Topversion RS245 nicht nur zum stärkeren, sondern dynamisch gesehen auch zum besseren Auto.

Warum?

  • Bringt die Kraft über die Vorderräder sehr gut auf die Straße.
  • Viel Platz, viel Leistung, viel Optik fürs Geld

Warum nicht?

  • Kein Allradantrieb verfügbar

Oder vielleicht …

… Seat Leon Cupra mit noch mehr Leistung und beim Kombi mit Allradantrieb

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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