Sa, 18. November 2017

Stradivari-Geige

08.06.2017 22:33

„Dornröschen“ heißt die Diva

Rührselig zu werden, das ist jetzt keine Empfehlung. Aber gerührt zu sein schon, denn die Geschichte ist zu schön: Isabelle Faust - heute, Freitag, und am Sonntag mit der Camerata im Mozarteum - spielt eine Stradivari-Geige, die den Namen "Dornröschen" trägt. Weil sie nämlich lange verschollen war und erst 1996 wieder auftauchte.

Wie alles, was allzu lange vor sich hinliegt, muss ins Leben gebracht werden. Und wie Isabelle Faust die Erweckung ihrer "Dornröschen"-Stradivari beschreibt, ist heinreißend. Am Anfang erinnerte sie diese Geige an "ein beschmutztes Gemälde, auf dem hie und da noch die ursprünglichen Farben leuchten". Ihre "Bearbeitung" dauerte fast sechs Jahre: "Heute", sagt Isabelle Faust, "ist sie ganz erschlossen, nur ein wenig wetterfühlig. Sie kann am Morgen so und am Abend wieder anders klingen, manchmal ist es sogar von Stunde zu Stunde verschieden. Man muss jedes Detail irrsinnig gut kennen. An den besten Tagen hat sie ein unglaubliche Leuchtkraft, sehr silbrig-golden, sie hat keinen schokoladigen Ton."

"Eine Stradivari", erzählt Isabelle Faust (*1972) weiter, "prägt ein starker eigener Charakter, eine Art, gegen die es sich nicht anzukämpfen lohnt."

Zum Camerata-Saisonfinale im Großen Saal des Mozarteums stehen Robert Schumanns Phantasie für Violine (op. 131) und die österreichische Erstaufführung des Geigenkonzertes, das der argentinisch-französische Komponist Oscar Strasnoy schuf - sowie Strawinskys "Dumbarton Oaks"-Concerto und Mendelssohns "Schottische" auf dem Programm. Restkarten: (0662) 873 154 oder tickets@mozarteum.at

Hans Langwallner, Kronen Zeitung

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