Fr, 15. Dezember 2017

Klagenfurt

08.06.2017 16:48

Hexenprozess: Frau zockte kranke Opfer ab

So schaut also eine moderne Hexe aus: klein, zierlich, gepflegt, mit großen treuherzigen Augen. Jahrelang hat die 37-Jährige davon gelebt, kranken Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen - mit dem Versprechen, sie von Flüchen zu befreien und sie so wieder gesunden zu lassen. Für das Gericht ein klarer Fall von Betrug.

"Sie haben die Situation Ihrer Opfer weidlich ausgenützt", rügt Richter Gerhard Pöllinger. "Deswegen bin ich auch felsenfest überzeugt, dass Sie in allen Fällen schuldig sind."

Die 37-Jährige hatte eine simple Masche. Wenn ihr auf der Straße Menschen mit Erkrankungen auffielen, sprach sie sie an. Und versprach, sie zu heilen. Indem sie auf ihnen lastende Flüche aufheben wollte. Durch Gebete und übersinnliche Fähigkeiten. Was natürlich teuer ist. 1500 Euro Minimum. Zudem sollte Papiergeld als "Opfergabe" verbrannt werden.

Eine Kärntnerin übergab ihr sogar 11.500 Euro, in der Hoffnung auf Linderung. "Ich weiß selbst nicht, was sie mit mir gemacht hat", sagt sie heute, um vieles gescheiter.

Die vermeintliche Heilerin hatte ein großes Betätigungsfeld - Deutschland, Schweiz, überall ist sie wegen ähnlicher Vorwürfe vorbestraft, saß sogar lange hinter Gittern. Deswegen werden ihr diese Strafen angerechnet, sie kommt in Klagenfurt mit sieben Monaten, sechs davon bedingt, davon.

Zu Gute kommt ihr da auch, dass sie das Geld ihrer Kundinnen doch nicht verbrannt, sondern vor Gericht als Kaution für ihre Freilassung hinterlegt hatte. Damit können diese 12.000 Euro nun genutzt werden, um den Schaden gut zu machen und die Prozesskosten zu bezahlen. Auch der Staatsanwalt ist zufrieden, das Urteil ist somit bereits rechtskräftig.

Kerstin Wassermann, Kärntner Krone

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