Di, 21. November 2017

OÖ Stammtisch:

08.06.2017 19:54

Verständnis löst Generationenkonflikt

Konflikte zwischen den Generationen müssen nicht sein - darin waren sich alle Experten am Podium beim Oberösterreich Stammtisch von "OÖ-Krone" und ORF OÖ im Gasthof Karlinger in Königswiesen einig. Mit viel Kommunikation und Verständnis geht es auch anders, bewiesen zwei Vater-Sohn-Duos eindrucksvoll.

"Viel Zeit und guter Wille" ist lauf Josef Hader vom Gründerservice der Wirtschaftskammer Oberösterreich nötig, um ein Unternehmen oder einen Bauernhof zu übergeben. 900 Betriebsnachfolgen werden ob der Enns jährlich angetreten - etwa 50 Prozent davon innerhalb der Familie!

Mediatorin Sandra Thaler ist Expertin für solche Übergaben und hilft bei der oft langwierigen Durchführung: "Der Prozess dauert bis zu zwei Jahre, oft treffen Beschützerinstinkt und Erfolgsdruck aufeinander - und obwohl man sich eigentlich gut versteht, kommt es zu Problemen. Da hilft der Blick von außen."

Bereits vor 25 Jahren hat Berndt Papinski von Vater Hubert dessen Karosseriebau-Unternehmen übernommen: "Da gab es natürlich auch Krisen und Debatten, aber wir sind jetzt Partner, und mein Vater hilft immer noch mit und ist mein großes Vorbild. Ich bewundere ihn." Auch Klaus Pippig (United Optics) erzählte den Moderatoren Harald Kalcher (Chefredakteur "OÖ-Krone") und Reinhard Waldenberger (ORF OÖ) von seiner Übernahme. Er war positiv überrascht: "Es war wohl eine eher untypische Übernahme, denn mein Vater konnte gut loslassen. Aber Verträge sind nötig, auch, um die ältere Generation finanziell abzusichern." Und: "Wichtig ist, dass man ein Leben neben der Firma hat, das man nach dem Ausstieg genießen kann."

Noch komplizierter als eine Firmenübernahme ist oft das Übergeben eines Bauernhofs: "Hier gibt es vor der Übernahme meist keinen bezahlten Arbeitsplatz für den Nachfolger wie in einem Familienunternehmen", erklärte Johannes König-Felleitner von der Landjugend. Deshalb sei es besonders wichtig, dass Alt und Jung nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten, um schwierige Lagen zu meistern. Dem schloss sich auch das Publikum an - und IMAS-Meinungsforscher Paul Eiselsberg lieferte den Beweis: "Umfragen haben gezeigt, dass zwischen den Generationen kaum Neid, sondern viel Verständnis herrscht. Das kann viele Konflikte lösen."

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden