Fr, 15. Dezember 2017

Graz Inoffziell

08.06.2017 15:46

Scheinheilige Grüne

Das macht keinen schlanken Fuß: Der Bruder des blauen Grazer Vize-Bürgermeisters Mario Eustacchio übernimmt Aufsichtsratssitze. Die Grünen protestieren, haben aber einst selbst wichtige Posten umgefärbelt…

Er solle "die blaue Umfärbeaktion stoppen", fordert die Grazer Grün-Stadträtin Tina Wirnsberger von VP-Bürgermeister Siegfried Nagl. Klingt auf den ersten Blick nach einer Forderung, die man unterschreiben würde - ist auf den zweiten aber nur scheinheilig.

Blaue Brüder

Worum geht es? Zum Einen um Claudio Eustacchio, Bruder von FP-Vize-Bürgermeister Mario Eustacchio. Er wird von den Blauen in zwei Aufsichtsräte (Universalmuseum Joanneum und Graz-Museum) sowie ins Kuratorium des Künstlerhauses entsandt. Dazu später noch. Zum Anderen geht es um den langjährigen Eustacchio-Pressesprecher Ernst Brandl. Der soll unter Umständen irgendwann in der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Graz landen.

Beides kann man kritisieren - als Grüne aber eher nicht.

Aufsichtsräte grün gefärbt

Als es in Graz Schwarz-Grün gab, saßen nämlich viele Grüne in Aufsichtsräten. Daniela Grabe etwa in der Holding Graz, Lisa Rücker und Sigrid Binder in den Aufsichtsräten des Universalmuseum Joanneum bzw. im damaligen Stadtmuseum (heute Graz-Museum).

Und: Unter Schwarz-Grün wurden alle (!) andersfärbigen Vertreter aus den wichtigen Aufsichtsräten (etwa Holding Graz) verbannt

Dass die FP ausgerechnet Eustacchios Bruder in Aufsichtsräte nominiert, macht freilich keinen schlanken Fuß. FP-Klubobmann Armin Sippel verteidigt den Schritt: "Er arbeitet ehrenamtlich, verzichtet auf die Aufsichtsratvergütung. Claudio Eustacchio ist als Absolvent der Akademie der Bildenden Künste in Wien hoch qualifiziert. Wir haben vor allem auf die Qualifikation geachtet."

Sippel stichelt gegen die Grünen: "Rücker ist Sozialpädagogin, da hat sich keiner aufgeregt, als sie Aufsichtsrätin wurde."

Noch kein politischer Skandal…

Dass Schwarz-Blau politische Vertrauensleute in die Aufsichtsräte von Stadt-Töchtern schickt und keine Grünen oder Roten ist noch kein politischer Skandal. Das heißt aber natürlich nicht, dass man das schwarz-blaue Vorgehen nicht kritisch begleiten muss…

Gerald Richter

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